Bereits Anfang 2012 berichteten wir über den Fall – doch jetzt wird es ernst: Um möglichen Problemen beim Aufrufen von Internetseiten zu entgehen, sollten Computernutzer ihren Rechner vor Montag (9. Juli) auf Befall mit der Schadsoftware „DNS-Changer“ prüfen.
Einen Schnelltest und eine Anleitung zum Entfernen bietet der Verband der Internetwirtschaft (Eco) unter www.dnschanger.eu oder www.dns-ok.de.
An infizierten Rechnern können nach dem Stichtag Internetadressen nicht mehr wie gewohnt aufgerufen werden.
Die PCs erreichen dann keine sogenannten DNS-Server mehr, die die leichter zu merkende Internetadresse aus Wörtern oder Buchstaben in die dahinter stehende IP-Adresse aus Binärzahlen übersetzen (Namensauflösung). DNS steht für Domain Name System und ist quasi das Telefonbuch des Internet.
Woher weiß ich, ob ich betroffen bin?
Das geht ganz einfach: Internetnutzer rufen die Seite www.dns-ok.de auf. Dort werden die eigenen Einstellungen automatisch geprüft.
Das Ergebnis ist entweder eine grünes Zeichen - dann müssen Nutzer nichts weiter unternehmen. Bei einer roten Statusanzeige wissen sie, dass sie von der Schadsoftware betroffen sind.
Damit die Prüfung fehlerfrei funktioniert, dürfen keine Proxy-Server in den Einstellungen des Browsers aktiviert sein.
Bis zum November 2011 hatten Kriminelle die DNS-Anfragen infizierter Rechner abgefangen und auf andere IP-Adressen umgeleitet, so dass Computernutzer auf gefälschten und manipulierten Seiten landeten. Dort griffen die Hintermänner Kreditkartendaten ab, verkauften falsche Antivirensoftware oder begingen Klickbetrügereien.
Dann zerschlug die US-Bundespolizei FBI das „DNS-Changer“-Netz und richtete als Übergangslösung Ersatzserver ein, über die die DNS-Anfragen befallener Rechner korrekt abgewickelt wurden. Diese Server werden nun am 9. Juli endgültig abgeschaltet. Obwohl Datum und DNS-Problematik schon seit Monaten bekannt sind, sind in Deutschland immer noch tausende Rechner infiziert.
Nach dem Stichtag können Internetseiten auf einem befallenen und nicht gesäuberten Rechner nur noch geöffnet werden, wenn direkt die IP-Adresse eingegeben wird - zum Beispiel http://87.106.161.150 für die Seite www.dnschanger.eu. Seit Ende Mai warnt auch Google Nutzer der gleichnamigen Suchmaschine, wenn ihr Rechner befallen ist.
Plug-ins testen
Die „DNS-Changer“-Schadsoftware fand über Lücken im Browser oder veraltete Plug-ins ihren Weg auf die Rechner. Ob die auf dem aktuellen Stand sind, können Nutzer auf der Seite www.botfrei.de/browsercheck prüfen.

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