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Neuer Online-Betrug: Porno-Trojaner erpresst Web-Nutzer


Dieser Sperrbildschirm überlagert die Oberfläche befallener Rechner. Nicht zu sehen: das kinderpornografische Bild, das Nutzer schocken soll.
Dieser Sperrbildschirm überlagert die Oberfläche befallener Rechner. Nicht zu sehen: das kinderpornografische Bild, das Nutzer schocken soll.
Foto: BKA

Der Rechner fährt hoch – und plötzlich erscheint das Bild einer nackten 15-Jährigen auf dem Bildschirm, das sich nicht wegklicken lässt. Dazu der Hinweis: Wegen Verbreitung von Kinderpornos sei der PC gesperrt, lasse sich nur durch eine Geldzahlung wieder freischalten.

Wir erklären, was Sie gegen diese üble Abzock-Software unternehmen können.

• PC-Sperre

„Schadprogramme“, die den Rechner lahmlegen und angeblich nur gegen Zahlung von Geld wieder zugänglich machen, sind schon seit Jahren im Umlauf. „Ransomware“ (Ransom: Englisch für „Lösegeld“) lautet der Fachbegriff dafür.

Der Trick: Meist gelangt das Programm über eine manipulierte Webseite auf den PC. Nach dem Starten erscheint ein Warnhinweis, angeblich vom Bundeskriminalamt (BKA) oder einer anderen offiziellen Stelle, der sich nicht wegklicken lässt.

Darin wird dem Nutzer eine Reihe von Straftaten vorgeworfen – darunter Verbreitung von Kinderpornos oder die Vorbereitung von Terroranschlägen. Wenn der Betroffene nicht umgehend einen Betrag – meist 100 Euro – zahle, werde ein Strafverfahren eröffnet.

Die Zahlung soll über Bezahldienste wie UKash oder Paysafecard erfolgen. Auch wenn der Betrug leicht zu durchschauen ist: Da sich der PC nicht mehr nutzen lässt, bezahlen viele Nutzer – für nichts, denn der PC bleibt gesperrt.

• Kinderporno-Trojaner

Keiner dieser sogenannten BKA-Trojaner ist so gefährlich wie der neue Fall. Als Absender werden das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) genannt.

Die Liste der angeblich begangenen Straftaten ist die gleiche wie bei älteren Versionen – allerdings mit einem brisanten Unterschied: Auf dem Bildschirm ist tatsächlich ein kinderpornografisches Bild zu sehen, das angeblich auf der Festplatte des Nutzers gefunden wurde. Und: Anders als bei älteren Versionen des PC-Schädlings, lässt sich Windows nicht mehr im abgesicherten Modus starten.

• Was Sie tun können

Erst mal: Ruhe bewahren. Natürlich steckt hinter der Attacke weder das BSI noch sonst eine Behörde. Man versucht, Ihnen einfach das Geld aus der Tasche zu ziehen. Die Behauptung, Webcam und Mikrofon Ihres Rechners würden übertragen, sind ebenso falsch wie die Warnung, Ihre Festplatte würde gelöscht, sobald Sie den Schädling entfernen wollen.

Ein sicherer Weg, Ihren Rechner wieder flottzukriegen, ist das vom BSI empfohlene Programm „DE-Cleaner“. Laden Sie es sich mit einem anderen Computer kostenlos unter www.botfrei.de herunter und brennen Sie es auf eine CD, mit der sie den befallenen PC neu starten. Eine genaue Anleitung finden Sie auf der Download-Seite. „DE-Cleaner“ reinigt den Rechner auch von vielen anderen Arten von Schadsoftware.

• Keine Beweise sichern!

Solange der Porno-Trojaner auf Ihrem Rechner festsitzt, ist auch das Kinderpornobild dabei, das bei jedem Start zu sehen ist. Wer rechtliche Schritte in Erwägung zieht, sollte jedoch auf keinen Fall Fotos vom Bildschirm machen, um sie als Beweis zu sichern: „Die Sicherung der in der Ransomware enthaltenen jugendpornografischen Darstellung stellt einen strafbaren Besitz von Jugendpornografie dar“, warnt das BKA.

• Vorbeugung

Damit Sie sich nicht schon bald den nächsten Trojaner einfangen, sollten Sie Ihren PC gegen solche Angriffe weitgehend immun machen. Gehen Sie nie ohne Antiviren-Software und ohne Firewall ins Netz. Öffnen Sie keine E-Mail-Anhänge von unbekannten Absendern.

Vor sogenannten Drive-by-Infektionen mittels manipulierter Webseiten, wie nun beim Porno-Trojaner geschehen, schützen Sie sich, indem Sie Ihren Browser samt verwendeter Plug-ins wie Java, Flash oder Adobe Reader sorgfältig auf dem neuesten Stand halten.

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