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Montag, 16. Juli 2012

Die virtuelle Welt der Internet-Omi: Im Web ist „Facebook-Omi“ Marina (61) ein rassiger Vamp


Die virtuelle Welt der Internet-Omi
Mittweida –  

„World of Warcraft“, „ICQ“ und „Second Life“ – für die meisten Rentner ist das wohl unverständliches Kauderwelsch aus einer anderen Welt. Nicht so für Marina Schlenzig aus dem sächsischen Mittweida. Die 61-Jährige ist ganz lässig im Internet unterwegs.

„Facebook-Omi“ nennen sie ihre Enkel, obwohl Marina Schlenzig viel lieber bei „Stayfriends“ nach alten Bekannten sucht. Besonders angetan hat es ihr die virtuelle Fantasiewelt von „Second Life“. Dort lebt die Rentnerin als rassige junge Frau mit roten Haaren auf einer Palmeninsel und tut, was sie im realen Leben wohl nie ausgelebt hat: „Ich lade mir eine Menge Freunde ein und wir feiern wilde Partys“, sagt sie mit einem Schmunzeln.

Fast jede Nacht sitzt sie vor ihrem Laptop. „Ich brauche nur fünf Stunden Schlaf, da habe ich genügend Zeit für so etwas.“ Beachtlich: Beim Abenteuerspiel „World of Warcraft“ hat sie sich mit sechs Avataren auf das höchste Level gekämpft.

„In meinem Beruf als Sekretärin hatte ich über 20 Jahre mit Computern zu tun. Die Technik hat mich immer interessiert“, sagt sie. Seit sie im Ruhestand ist, betreibt die Sächsin mehrere Blogs. Zudem die Internetseite der „Volkssolidarität“ in Mittweida, für die sie als Assistentin der Geschäftsführung arbeitete.

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So fit in Sachen Internet wie Marina Schlenzig sind noch längst nicht alle ihrer Altersgenossen. Wie der Branchenverband Bitkom feststellte, sind rund 40 Prozent der 60- bis 69-Jährigen noch immer offline, also „nicht drin“. Dennoch: Die Zahl der „Golden Ager“ im Internet wächst jährlich um drei Prozent. Marina Schlenzig, die seit Jahren an der Spitze des Trends lebt, registriert das mit Freude: „Ich entdecke immer mehr Leute in meinem Alter, die im Internet unterwegs sind.“

Nicht ganz so erfreut darüber ist Ehemann Klaus. Er verweigert sich strikt den neuen Medien: „Wenn ich etwas wissen will, schaue ich Fernsehen oder lese Zeitungen.“ Überhaupt sieht der pensionierte Mechaniker den zweiten Frühling seiner Frau im Internet skeptisch: „Mir wäre lieber, sie würde mehr im Haushalt machen.“

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