Auch, wenn Sie mich gleich als sexistische Kuh beschimpfen werden – ist mir in dem Fall egal. Denn ich genieße und schweige eben nicht. Mal abgesehen davon haben Sie doch auch hingeguckt, als Robert Harting – zuverlässig wie eine Funkuhr – nach seinem Sieg wie immer sein Trikot zerrissen hat.
Immerhin kann sein Brustkorb gut mit denen der russischen Kugelstoßerinnen mithalten. So müssen Olympische Spiele ablaufen. Dann schaltet auch frau gerne wieder ein. Schließlich kommt es nicht unbedingt auf die Disziplin an, sondern eher darauf, was passiert, wenn 202 Zentimeter Muskelmasse die Disziplin mal Disziplin sein lassen.
Und wer hat es mal wieder allen gezeigt? Ein Berliner. Gut, ein Wahl-Berliner aus Cottbus, aber mit für die Hauptstadt repräsentativen Eigenschaften. Nun weiß die Welt, wie die City an der Spree nackich aussieht. Und das ist gut so.
Ich vermute sowieso, dass Harting absichtlich seinen Pass zum olympischen Dorf verdasselt hat, um nach dem Sieg ordentlich einen drauf zu machen. Frei nach dem Motto: Du kannst nicht immer 17 sein, auch mit 27 ist noch alles erlaubt. Rock and Roll auf den Straßen Londons ist auch wesentlich attraktiver als irgendwelchen Funktionären brav die Pfoten zu schütteln. Insbesondere, wenn man wie er mit seinen Äußerungen stets für Kontroversen sorgt.
Klar, zu Hause möchte man so einen nicht wirklich haben. Der fällt wahrscheinlich genauso über den Müllbeutel wie alle anderen auch, trinkt literweise Bölkstoff und kratzt sich an privaten Stellen, obwohl jemand Weibliches in der Nähe ist.
Pardon, meine Fantasie geht mal wieder mit mir durch. Das ist sicher das Medaillenfieber und die Erkenntnis, dass eine Frau mehrere Männer zum Glücklichsein braucht. Aber aus der Ferne guck ich den Robert gerne. Und ab jetzt ist das offiziell goldig.
Schauspielerin und TV-Moderatorin Ruth Moschner schreibt jeden Freitag im Berliner KURIER!
Am Sonnabend ist alles wurscht: Curry mit Pommes gegen Weißwurst! Oder der Club der Herzen gegen FC Hollywood, Ruhrpott gegen Angepisst-Pott. Mehr...

Sylvie van der Vaart wohnt jetzt in Berlin, dachte ich, als ich an der Voltairestraße vorbeifuhr. Aber nee, es war nur das „Barbie Dreamhouse“! Mehr...
Berlin ist wie Pubertät, nur ohne Pickel. Hier hasst jeder jeden und alles. Manchmal sogar sich selbst am meisten. Mehr...
