Donnerstag, 16. Februar 2012
Tod am Bahndamm

Trauer um Baby Namenlos

Von PHILIPPE DEBIONNE

Hunderte Menschen nehmen Abschied, trauern um das Baby.
Hunderte Menschen nehmen Abschied, trauern um das Baby.
Foto: dpa
Potsdam –  

Ein kleiner weißer Sarg, eine Kerze mit aufgedruckter Sonne, dazu ein Kreuz, auf dem kein Name steht. Das kleine Mädchen wurde beerdigt, das Ende Dezember tot neben einem Garagenkomplex in Potsdam gefunden wurde (KURIER berichtete).

Über 100 Menschen waren gegen 12.30 Uhr in die evangelische Bornstedter Kirche gekommen, um von dem namenlosen Kind Abschied zu nehmen. Es sei „schrecklich, dass ein Menschenleben zerstört wurde“, sagte Pfarrer Friedhelm Wizisla, die Beerdigung „eine Stunde des Entsetzens und der Trauer.“ Bereits im Vorfeld habe es „große Betroffenheit und viele Nachfragen der Bevölkerung“ gegeben.

Getötete Babys: Eine Chronologie

November 2011

Eine Mutter soll ihr Neugeborenes in Berlin aus einem Fenster im 5. Stock geworfen haben. Der Junge wurde nur wenige Stunden alt.

Ein Kreuz ohne Namen, Blumen, Kerzen und ein Teddybär zieren das Grab.
Ein Kreuz ohne Namen, Blumen, Kerzen und ein Teddybär zieren das Grab.
Foto: dapd

Auch für ihn, so Wizisla, sei „diese Beerdigung eine besondere. Wir haben ja keinerlei Anhaltspunkt über die Gründe dieser Tat und keine Angehörigen, die man fragen könnte.“ Die Bestattung sei so in gewisser Weise auch „stellvertretend für viele andere Kinder, die weltweit sterben und die auch Opfer von Gewalt werden.“

Das Baby wurde am Morgen des 23. Dezember gefunden. Den Ermittlungen zufolge war das Mädchen erst in der Nacht zuvor voll lebensfähig geboren und dann getötet worden. Zeitweise gingen die Fahnder sogar davon aus, dass der kleine Körper wie ein Stück Abfall aus einer fahrenden S-Bahn heraus an die spätere Fundstelle geworfen wurde.

Babyleiche in Potsdam gefunden

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Was in jener Nacht tatsächlich geschah, weshalb das Neugeborene getötet und nicht anonym im Krankenhaus abgegeben wurde, ist noch immer unklar. Doch die Ermittlungen laufen ungeachtet der Beerdigung weiter. Insgesamt 15 Ermittler jagen die Mörderin des kleinen Mädchens, das nicht leben durfte...

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