Montag, 20. Februar 2012
Ost-Alltag

Warum wird das DDR-Museum kaputtgespart?


Museum vor dem Aus?

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Eisenhüttenstadt –  

Von A wie Ata-Scheuermittel bis Z wie Kinderwagen von Zekiwa (VEB Zeitzer Kinderwagenindustrie): Nirgendwo in Deutschland wird so viel DDR gesammelt und das normale Leben in dem untergegangenen Staat so anschaulich gezeigt wie in Eisenhüttenstadt. Nun aber droht diesem Gedächtnis der alltäglichen Dinge das Aus.

1993 war das „Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR“ gegründet worden. Damals lebten noch fast 50 000 Menschen in der Stadt, jetzt sind es 20 000 weniger bei weiter fallender Tendenz. Weil die Stadt Geld sparen muss, will sie ab 2013 ihren jährlichen Zuschuss von 76 700 Euro für das Dok-Zentrum komplett streichen. Und zahlt die Stadt nicht, will auch der Kreis seine 55 000 Euro Zuschuss nicht mehr geben. Zwar trägt das Land mit 90 000 Euro den Löwenanteil und steht auch weiter dazu. „Doch die Finanzierungslücke ist zu groß“, bedauert Andreas Ludwig, Chef Dok-Zentrums.

Erschließt sich keinen neue Geldquelle, wird es zum 30. Juni erste Kündigungen unter den vier Festangestellten geben. Und das, obwohl kommenden Sonnabend die neue Dauerausstellung „Alltag DDR“ eröffnet wird. Land und Bund investierten dafür 392 000 Euro in ein modernes Konzept, das vor allem junge Leute ansprechen soll.

Laut Stadtsprecherin Kathrin Heyer wäre es denkbar, dass die Stadtverordneten sich noch einmal mit dem Thema beschäftigen. „Müsste das Dok-Zentrum schließen, wäre das für die Stadt ein herber Verlust.“

MKL

Die Ost-Schau "Alltagsdinge"

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