„Geld her oder ich erschieße ihre Tochter.“ Dieser anonyme Anruf erschreckte den Waffel-Fabrikanten Jörg S. (47) Ende Januar. Drei Tage lang lebte seine Familie in Angst, dann wurde der Erpresser gefasst. Am Dienstag stand der 54-Jährige vorm Amtsgericht.
Der Angeklagte – selbst Vater einer Tochter – wollte den sozialen Abstieg aufhalten und stürzte ab ins Kriminelle. Als Gebietsleiter eines Unternehmens hatte er gut verdient, war passionierter Jäger mit mehreren Waffen im Panzerschrank, fuhr einen Mercedes. 2008 dann wurde er arbeitslos und als das Ersparte aufgebraucht war, heckte er den teuflischen Plan aus.
800.000 Euro wollte er haben. Wenn nicht, drohte er seinem Opfer, werde er dessen Tochter erschießen. Ein Ultimatum ließ er zunächst verstreichen. Die Tochter war vorsorglich aus der Schule genommen worden und schlüpfte mit ihrer Mutter bei Verwandten unter.
Nachdem Fahnder das Handy des Erpressers geortet hatten, hefteten sich bis zu 100 Polizisten an seine Fersen. Sie beobachteten, wie der 54-Jährige seine Wohnung in Karow (Sachsen-Anhalt) verließ und auf die Autobahn fuhr. Auf einem Rastplatz erfolgte der Zugriff. Im Wagen fanden die Beamten nicht nur eine Schreckschusspistole, sondern auch Handschuhe und Hinweisschilder, mit denen der Erpresser bei der Geldübergabe eine Art Schnitzeljagd veranstalten wollte.
MKL

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