Seit 60 Jahren ist die Kyritz-Ruppiner Heide Sperrzone. Erst als Truppenübungsplatz der Sowjetarmee, nach der Wende wollte die Bundeswehr das Gelände zum Bombenabwurfplatz machen. Doch das so genannte Bombodrom scheiterte endgültig 2009 am Bürgerprotest. Wegen der hochgefährlichen Altlasten ist das Betreten aber noch immer untersagt. Gestern gewährte die Heinz Sielmann Stiftung einen ersten Blick in das verbotene Land.
12 500 Hektar, etwa 20 Fußballfelder groß ist das verbotene Land. Eine Dimension, die nur aus der Luft zu begreifen ist. Mit Sondergenehmigung hebt ein historischer Doppeldecker AN 2 vom Flugplatz Fehrbellin ab. „Auch Neuland für mich, denn bis vergangenes Jahr durfte hier nicht drübergeflogen werden“, sagt Pilot Johann Roth (52). Unten zu sehen sind Sanddünen, Bombentrichter, der Gefechtsstand, von dem aus Generäle des Warschauer Pakts einst Militärübungen verfolgten.
Das traurige Erbe: Noch geschätzte 1,5 Millionen Blindgänger liegen im Boden. Andererseits hat sich hier eine einzigartige Landschaft herausgebildet mit seltenen Tierarten wie den Vögeln Wiedehopf und Ziegenmelker, mit Schlingnattern und bislang einem Wolf.
4000 Hektar des Geländes will die Sielmann Stiftung als Offenlandschaft mit Heide und Bäumen erhalten, Zunächst aber gibt es nur geführte Wanderungen. Für später geplant sind ein 13 Kilometer langer Wanderweg mit Rastplätzen und Schutzhütten. Eine Menge Arbeit, denn die für Besucher freigegebenen Flächen müssen erst von Munition geräumt werden. Für immer gesperrt aber bleibt das Kernstück des Gebietes. Denn es ist unmöglich, dort all die Munition aus dem Sand zu sieben. MKL
Heinz Sielmann († 2006) ...
Foto: ddp
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