Mittwoch, 8. Februar 2012
Angst vor Enteignung

Erster Seebonze kapituliert


Potsdam –  

Die Front der Uferweg-Versperrer am Groß Glienicker See bröckelt. Kaum hat Potsdam alle Enteignungsanträge gegen die Blockierer eingereicht, gibt auch schon der erste Seebonze auf.

Ein Behörden-Brief reichte. Aus Angst vor der Enteignung seines Uferwegstücks nahm der See-Anwohner lieber das Kaufangebot der Stadt Potsdam an.

Wie viel er bekommt, darüber wird offiziell geschwiegen. Nach KURIER-Informationen sollen allen 27 betreffenden Anwohnern zwischen vier bis zehn Euro pro Quadratmeter Uferweg geboten worden sein. „Es wurde auch nicht nachgebessert“, sagt Rathaus-Sprecher Stefan Schulz. „Wir hoffen, dass noch mehr See-Anwohner zur Einsicht kommen.“ Die Stadt Potsdam plant zwei Millionen Euro für den Weg-Kauf und 2,7 Millionen Euro für die Weg-Sanierung ein.

Auch vier andere See-Anwohner sind kurz vor der Kapitulation. Statt sich jahrelang vor Gericht mit der Stadt Potsdam wegen der Enteignung zu streiten, wollen sie nun für ihre Uferzone ein Wegerecht für Radler und Spaziergänger einräumen. Ihr Vorteil: Sie bleiben Eigentümer ihres Uferweges, könnten nach KURIER-Informationen monatlich etwa 50 Cent pro Quadratmeter als „Wegegeld“ von der Stadt bekommen.

Damit das Ufer wirklich frei wird, wollen Bürger-Initiativen am Sonntag vor den Seebonzen-Villen wieder demonstrieren.

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