Mittwoch, 22. Februar 2012
„Occupy Müll“
Er lebt von dem, was andere wegschmeißen
Dieser Mann ernährt seine Familie ohne Geld
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Dieser Mann ernährt seine Familie ohne Geld
Raphael Fellmer gilt als Anführer der Leben-ohne-Geld-Bewegung, die immer populärer wird. Haupternährungsquelle der Anhänger ist das sogenannte Containern: Sie fischen weggeworfene Lebensmittel aus Mülltonnen.
Foto: dpa
Raphael Fellmer gilt als Anführer der Leben-ohne-Geld-Bewegung, die immer populärer wird. Haupternährungsquelle der Anhänger ist das sogenannte Containern: Sie fischen weggeworfene Lebensmittel aus Mülltonnen.
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Raphael Fellmer gilt als Anführer der Leben-ohne-Geld-Bewegung, die immer populärer wird. Haupternährungsquelle der Anhänger ist das sogenannte Containern: Sie fischen weggeworfene Lebensmittel aus Mülltonnen.
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Raphael Fellmer gilt als Anführer der Leben-ohne-Geld-Bewegung, die immer populärer wird. Haupternährungsquelle der Anhänger ist das sogenannte Containern: Sie fischen weggeworfene Lebensmittel aus Mülltonnen.
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Raphael Fellmer gilt als Anführer der Leben-ohne-Geld-Bewegung, die immer populärer wird. Haupternährungsquelle der Anhänger ist das sogenannte Containern: Sie fischen weggeworfene Lebensmittel aus Mülltonnen.
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Kleinmachnow –
Wenn der Euro doch abstürzen sollte, wird es Raphael Fellmer egal sein: Er lebt ohne Geld. Die Finanzkrise, das Bangen um Ersparnisse – diese Sorgen kennt der 28-Jährige nicht. Und er sagt: „Wir sollten Geld sowieso weglassen.“ Fellmer gilt als Anführer der „Leben-ohne-Geld-Bewegung“.
Haupternährungsquelle ist das „Containern“: Man fischt weggeworfene Lebensmittel aus dem Müll. Vor allem Abfälle von Bioläden sind begehrt. Im Internet tauscht man sich sogar über Foren aus.
Gemüse, Joghurt, Tofu – Fellmer findet auf seinen Streifzügen alles. Er nimmt sich Lebensmittel, die als verdorben gelten und vernichtet würden. Damit kann er nicht nur sich, sondern auch Freundin Nieves und die fünf Monate alte Tochter Alma Lucia ernähren.
Dabei müsste er nicht von Müll leben. Er stammt aus einer Akademikerfamilie im bürgerlichen Zehlendorf, er selbst hat in Den Haag studiert. Statt für Lohn arbeitet der 28-Jährige für seine Ideale: Überall in Deutschland hält er Vorträge.
Rechnen Sie Preise in Euro oder in D-Mark?
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Rechnen Sie Preise in Euro oder in D-Mark?
Bernd Hoffmann (47), Selbstständiger aus Bad Freienwalde: Ich rechne immer an der Kasse die Ausgaben mal zwei und überlege erst dann, ob ich was kaufe. Außerdem muss die Qualität stimmen. Vor dem Euro habe ich für einen großen Weihnachtsbaum 50 Mark bezahlt. Heute verlangen die Händler 50 Euro und er ist viel kleiner.
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Sabine Seemann (45), Angestellte aus Treptow: Wenn eine Hose für meinen großen Sohn 80 Euro kostet, muss ich erstmal schlucken. Auch beim Bäcker fällt mir auf, dass mit dem Euro alles teurer geworden ist. Körnerbrötchen kosten dort 60 bis 70 Cent. Dafür bekam ich früher ein ganzes Brot.
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Barbara Renning (75) aus Eberswalde: Klar rechne ich um. Vor allem beim Friseur. Waschen und Föhnen kosteten dort immer 15 Mark. Jetzt verlangen die mindestens 25 Euro für die gleiche Leistung. Herren zahlen für einen Trockenschnitt 10,50 Euro. Der kam mal zwei Mark, wenn ich mich richtig erinnere.
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Gregor Sekovski (30), Angestellter aus Prenzlauer Berg: Ich komme gar nicht auf die Idee, alles umzurechnen. Wozu auch. Die Preise sind wie sie sind, ändern kann ich sie nicht. Was zu teuer ist, verkneife ich mir oder gucke, wo ich was billiger kaufen kann. Man muss nur danach suchen, es gibt genug Möglichkeiten zu sparen.
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Ingrid Demut (52) aus Tiergarten: Nicht immer, aber manchmal. Zum Beispiel im Blumenladen. Ich hole dort gern einen kleinen Strauß Chrysanthemen für den Friedhof. Aus 2,99 Mark wurden 2,99 Euro. Die Preise sind einfach übernommen worden. Das ist doch für uns Kunden ärgerlich. Solche Beispiele gibt es viele.
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Simone Auerwald (49), Ausbilderin aus Friedrichshain: Ich rechne beim Einkaufen schon lange nicht mehr um. Warum sollte ich denn das auch machen? Ich würde mich bloß ärgern, wenn Preise 1:1 umgewandelt würden und alles teurer wäre. Es ändert sich doch nichts. Ich spare mir da lieber meine Energie für andere Dinge auf.
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Die kleine Familie lebt in einer Einliegerwohnung einer Villa in Kleinmachnow. Dem Hausbesitzer hilft Fellmer bei der Gartenarbeit oder bei Reparaturen. Dafür zahlt dieser sogar Strom und Wasser. Nur: Aus Sorge um die Tochter ist die Familie zumindest gesetzlich krankenversichert. Die Kosten werden durchs Kindergeld beglichen. Fellmer: „Wenn wirklich mal was passiert, ist so alles in trockenen Tüchern...“
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