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Stoppt endlich die Tierquäler!: Der Berliner Atlas der gequälten Tiere

Hund Socke im Todeskampf: Er hatte einen Giftköder gefressen, starb im OP.

Hund Socke im Todeskampf: Er hatte einen Giftköder gefressen, starb im OP.

Foto:

Tierrettung Potsdam

Berlin -

Tierhasser legen Gift-Köder für Hunde oder Tauben aus, Halter prügeln ihre Tiere oder lassen sie verwahrlosen. Die Berliner Polizei musste 2012 in über 300 Fällen von Tier-Quälerei ermitteln. Das belegen Senatszahlen, die dem KURIER vorliegen:

Grüne und Polizeigewerkschaft fordern: Stoppt endlich die Tierquäler! Die Polizeiabschnitte bemerken überall in der Stadt gravierende Verstöße gegen das Tierschutz-Gesetz. Im Osten häufen sich die Fälle in Pankow auf den Gassi-Meilen Schloss- und Bürgerpark, aber auch in Lichtenberg und in Treptow. Hinzu kommen im Westen: Wedding, Spandau und Reinickendorf. Unterm Strich wurden 298 Fälle registriert, in denen Privatleute die Straftäter waren. Das LKA bearbeitete zudem 15 Fälle gewerblicher Verstöße, etwa illegale Hundezuchten. Kleinere Vergehen werden als Ordnungswidrigkeiten bei den Bezirksämtern bearbeitet.

Der Grünen-Politiker Benedikt Lux wollte vom Berliner Senat zusätzlich die Aufklärungs- und Verurteilungsraten wissen. Ergebnis: 2012 wurden 59,3 Prozent der Fälle aufgeklärt. Die Justiz erhob 2012 in vier Fällen Anklage, 16 Verfahren endeten mit Strafbefehlen, es wurden elf Geldstrafen und eine Bewährungsstrafe verhängt. Um mehr Anklagen zu erreichen, fordert Lux ein Verbandsklagerecht für Tierschutzverbände. Das heißt: „Sie sollen Verstöße selbst vor Gericht bringen, als Nebenkläger auftreten können.“ So könnten sie Druck machen, damit die Taten stärker verfolgt werden.

Bodo Pfalzgraf, Chef der Polizeigewerkschaft, fordert zudem mehr Einsatz der Polizei. Weil die Abschnitte verschieden eifrig sind, müsse eine zentrale Zuständigkeit her. Pfalzgraf: „Die Zentralen Hundedienstführer sollten das übernehmen.“ MOW