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Berliner-Kurier.de | Spandau: 1. Bezirk sagt Hundehassern den Kampf an
18. June 2015
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Spandau: 1. Bezirk sagt Hundehassern den Kampf an

Tierärzte kämpfen vor einiger Zeit vergeblich um das Leben von Hund Socke (6). Der Labrador-Schäferhund-Mix war vergiftet worden.

Tierärzte kämpfen vor einiger Zeit vergeblich um das Leben von Hund Socke (6). Der Labrador-Schäferhund-Mix war vergiftet worden.

Foto:

Tierrettung Potsdam

Spandau -

Jetzt geht es den Hundehassern in der Hauptstadt an den Kragen. Spandau startet als erster Berliner Bezirk eine zentrale Meldestelle für ausgelegte Giftköder.

Es ist gerade zwei Wochen her, da hatten Hundehasser in mehreren Stadtteilen wieder Giftköder ausgelegt. Fleisch- und Trockenfutterbällchen waren mit Blausäure, Rattengift und Glassplittern gefüllt. Solche lagen auch in der Spandauer Parkanlage Spektfeld. Ein Hund starb.

Das Spandauer Bezirksamt will nicht mehr länger tatenlos zusehen und greift nun hart durch. Mit dem „Aktionsprogramm gegen Tierquäler“, das jetzt auf Antrag der CDU im Bezirksparlament beschlossen wurde.

Damit Hundebesitzer künftig vor ausgelegten Giftködern schneller gewarnt, Ordnungsamt und Polizei rascher durchgreifen können, will das Bezirksamt eine zentrale Meldestelle einrichten. Dort können Spandauer ihre Fundmeldungen per E-Mail oder Anruf mitteilen. Im nächsten Schritt wird in den betroffenen Gebieten und amtlich auf einer Webseite vor Giftködern gewarnt, ähnlich wie beim privaten „Giftköder-Radar“.

Weiter ist ein verstärkter Einsatz von Ordnungsamts-Streifen geplant, um das Legen von Giftködern zu verhindern. „Das Aktionsprogramm ist ein deutliches Signal, um den Hundehassern das Handwerk zu legen“, sagt Thorsten Schatz (31), Mitglied der Spandauer CDU-Fraktion. Sein Labrador Orko (3) wurde vor einem Jahr Opfer eines Giftköders. Das Tier wäre beinahe gestorben. „Ich hoffe, dass andere Bezirke dem Spandauer Vorhaben folgen werden.“

In der Tat könnte das Aktionsprogramm Bestandteil des Bello-Dialogs von Verbraucherschutz-Senator Thomas Heilmann (CDU) werden, der sich für ein besseres Miteinander von Menschen und Hunden einsetzt.