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RAW-Gelände: Die Zahlen des Verbrechens

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Das RAW ist einer der Kriminalitätsschwerpunkte in Berlin.

Foto:

imago/Olaf Wagner

Friedrichshain -

Wilde Partys, hübsche Mädchen und angesagte Clubs, das ist die eine Seite des europaweit bekannten RAW-Geländes an der Warschauer Brücke. Schlägereien, Raubüberfälle und Drogenhandel die andere. Wie kriminell das Partyareal und die umliegende Gegend tatsächlich ist, belegen jetzt neue, von der Senatsinnenverwaltung veröffentlichte Zahlen über polizeiliche Einsätze für das Jahr 2015.

Einsatz-Statistik

Insgesamt 410 Mal kamen Berlins Polizisten rund um das RAW-Gelände zum Einsatz. Die Ermittler leisteten dabei satte 36525,53 Arbeitsstunden ab, überprüften 3627 Tatverdächtige.

Strafanzeigen

1614 Strafanzeigen wurden geschrieben, davon 1174 wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz und 110 wegen asylrechtlichen Aufenthaltsverstößen.

Freiheitsentzug

471 Personen wurden vorübergehend festgenommen, weitere 2016 Personen werden unter dem Stichwort „Freiheitsbeschränkung“ aufgezählt. Darunter fallen auch Maßnahmen wie Ausweiskontrollen, bei denen die Tatverdächtigen anschließend wieder freigelassen wird. Zudem erhielten 1304 Personen Platzverweise.

Gewaltverbrechen

Insgesamt 732 Delikte mit Gewaltcharakter wurden von der Polizei erfasst. Darunter waren 561 Körperverletzungen, 123 Raubtaten, 8 Sexualdelikte sowie 39 Fälle von Nötigung, Bedrohung und Freiheitsberaubung.

Drogengelder

Satte 35357,72 Euro an Gewinnen aus Drogengeschäften konnte die Polizei hier im vergangenen Jahr beschlagnahmen, den Großteil davon bei Straßenhändlern.
Unabhängig von den neuen Zahlen sieht die Senatsinnenverwaltung nach der Einführung der umstrittenen Null-Toleranz-Zone im und um den Görlitzer Park übrigens „keine belegbare Verlagerung der Kriminalitätsphänomene zu anderen Brennpunkten der Betäubungskriminalität wie dem RAW-Gelände.“