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Kinderhilfs-Verein „Nestwärme“: Gründer als Kinderschänder verhaftet

Michael Janda

Michael Janda

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action press

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Als Michael Janda Ende der 90er-Jahre den Verein „Nestwärme“ für Aids-betroffene Kinder und Familien gründete, kam Anerkennung von allen Seiten, auch Klaus Wowereit unterstützte das Projekt.

Jetzt wurde Michael Janda verhaftet. Der Vorwurf: Schwerer sexueller Missbrauch eines Kindes in wenigstens vier Fällen.

Janda wurde nach monatelangen Ermittlungen von Elitepolizisten an seiner Steglitzer Wohnadresse verhaftet. „Zudem wurden Beweismittel wie Computer und Datenträger sichergestellt, die ausgewertet werden müssen“, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Im konkreten Fall soll es um den Missbrauch „an einem zur Tatzeit 13-jährigen Jungen“ gehen. Zudem soll der 52-jährige Janda Kinderpornografie „hergestellt und verbreitet haben. Im Klartext: Er hat sich bei seinen Taten gefilmt“, so der Sprecher.

Nach außen hin verkaufte der Mann das perfekt inszenierte Bild des hilfsbereiten Gutmenschen. Weil eines seiner Pflegekinder HIV-positiv ist und Janda vor über zwölf Jahren keine Kita für den Jungen fand, gründete er Ende der 90er den Verein „Nestwärme“, eine Kinder-Aids-Hilfe mit integrierter Kindertagesstätte.

Knapp 50 Kinder kamen so bei Janda unter. „Die Eltern kommen meist aus sozial schwachen Verhältnissen, viele aus dem Drogenmilieu“, so der jetzt Verhaftete in einem Interview im Jahr 2007. Mindestens eines dieser Kinder zog aufgrund gesundheitlicher Probleme der Mutter vorübergehend sogar privat bei Michael Janda ein.

Sein größer Trumpf, so Janda damals, sei die „Unterstützung von oben“. Damit gemeint: Sein Draht zum damals Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit und anderen Prominenten.

Durch deren Nähe sammelte Janda fleißig Spenden, darunter 1,8 Millionen Euro von einer Lottostiftung, weitere 100.000 Euro erhielt der Mann von Privatspendern.

Auch Jessica Stockmann half Janda, sogar die damalige Familienministerin Ursula von der Leyen rief zur Unterstützung des Vereins auf.

Jetzt sitzt der nach KURIER-Informationen einschlägig vorbestrafte Mann hinter Gittern. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm „schweren sexuellen Missbrauch eines Kindes in wenigstens vier Fällen“ vor.

Zudem wird mit Hochdruck ermittelt, ob es neben dem 13-Jährigen noch weitere Opfer gibt.

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