E_Paper_BK
BERLINER KURIER - Berlins ehrliche Boulevardzeitung im Netz
Berliner-Kurier.de | Feuerwehrmänner beschimpft: Der Mob, der hoffentlich niemals einen Retter braucht
26. September 2015
http://www.berliner-kurier.de/22848464
©

Feuerwehrmänner beschimpft: Der Mob, der hoffentlich niemals einen Retter braucht

Mehrere Funkwagen und Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr waren nötig, um den Unfallort zusätzlich abzusperren. Von den rund 40 Schaulustigen wurden die Retter immer wieder beschimpft und bedrängt.

Mehrere Funkwagen und Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr waren nötig, um den Unfallort zusätzlich abzusperren. Von den rund 40 Schaulustigen wurden die Retter immer wieder beschimpft und bedrängt.

Foto:

schroeder

Neukölln -

Ein Fußgänger wird an der Hermannstraße von einem Auto erfasst, durch die Luft geschleudert, bleibt mit schweren Kopfverletzungen auf dem Asphalt liegen.

40 Schaulustige versammeln sich. Doch anstatt zu helfen, bedrängen und beschimpfen sie die Rettungskräfte.

Es sind Szenen, die für Unverständnis und Entsetzen sorgen: Donnerstagabend, 22.30 Uhr, geht ein Fußgänger (26) bei Rot über die Ampel und wird von einem BMW-Fahrer (37) getroffen.

Doch was dann passiert, ist keine Seltenheit. Als sie die Straße absperren wollen, um den schwer verletzten Mann auf einer Spezialtrage ins Krankenhaus zu bringen, werden die Retter von einem Mob beleidigt und an ihrer Arbeit behindert. Es ist eine angespannte Stimmung.

Obwohl es sich um einen Unfall handelt, müssen insgesamt sechs Funkwagen, drei Zivilfahrzeuge und ein Mannschaftwagen anrücken – also knapp 30 Polizeibeamte.

Ein Feuerwehrmann fassungslos: „Wir können uns nicht erklären, was sie wollten. Von den meisten haben wir die Sprache nicht verstanden.“

Kein Einzelfall. Feuerwehrbeamte berichten immer wieder davon, dass sie bei Einsätzen in Wohnungen behindert und sogar schon geschlagen worden sind.

Oft geht es um verletzte Ehre oder möglichen Berührungen der Sanitäter an Frauen. Die Ursache sei laut der Berliner Feuerwehr vor allem kulturell.

„So etwas kommt öfter vor und manchmal werden wir auch angegriffen“, sagt ein Sprecher. Und weiter: „In diesem Kulturkreis sind wir nicht so gut angesehen. Dabei wollen wir doch nur helfen.“

Vor Polizei hätten sie zwar mehr Respekt, aber erst im Juni wurden mehrere Polizisten verletzt, als sie eine Hochzeitsschlägerei schlichten wollten.


Neue Nachrichten

Wir haben neue Artikel für Sie. Möchten Sie jetzt die aktuelle Startseite laden?