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Clans ohne Gnade: Die Schattenwelt der arabischen Großfamilien in Berlin

Rund 30 dieser Großfamilien gibt es in und um Berlin, jede davon hat zwischen 50 und 500 Mitglieder. Zwar sind bei weitem nicht alle davon Verbrecher. Doch das von der Polizei als kriminell eingestufte Zehntel hat es in sich. Drogenhandel, Schutzgelderpressung, Bandendiebstahl, Zuhälterei, Raub – die großen Clans mischen überall mit.

Bei einem Raubzug auf das KaDeWe im Dezember 2014 erbeuteten Clan-Mitglieder bei dem spektakulären Überfall Schmuck und Uhren im Wert von über eine Million Euro. Zwar wurden einige der Täter geschnappt. Doch sowohl Drahtzieher als auch Beute sind bis heute verschwunden.

Der bekannte Straßenstrich an der Kurfürstenstraße ist nach wie vor in arabischer Hand. Die Zuhälter auf der Straße stammen inzwischen fast ausschließlich aus Rumänien oder Bulgarien. Doch auch sie müssen Schutzgebühren an einen der großen Araber-Clans bezahlen.

Den Drogenhandel, vor allem auf Bahnhöfen und in U-Bahnzügen, haben die Großfamilien ebenfalls fest im Griff. Erwischt werden hier meist nur Kleinstdealer – den Hintermännern lässt sich nur schwer etwas nachweisen.

Schutzgelderpressung betrifft vor allem die eigenen Landsleute. So gibt es kaum einen arabisch geführten Getränkehandel oder eine Shisha-Bar, die nicht regelmäßig an die Clans bezahlen muss. Wer nicht spurt, wird erst bedroht und zusammengeschlagen, wer danach noch immer nicht zahlt, spielt mit seinem Leben.

Um welches Geschäft es bei der Schießerei in der City-West genau ging, wissen derzeit nur die Beteiligten selbst. Und auch wenn sie geschnappt werden sollten, bleibt fraglich, ob die Hintergründe jemals aufgeklärt werden.
Denn solche Konflikte werden zwischen den Clans von sogenannten Friedensrichtern gelöst. Die deutsche Justiz, so bitter es klingt, spielt hier überhaupt keine Rolle.

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