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Brutalo-Duo gesucht: Fahrgast in U-Bahn gefoltert

Am Dienstagabend stellten sich die beiden Gesuchten der Polizei - sie sind erst 16.

Am Dienstagabend stellten sich die beiden Gesuchten der Polizei - sie sind erst 16.

Foto:

Polizei

Neukölln -

Ihr Opfer liegt noch am Boden, da macht es Klick. Mit weit aufgerissenen Augen erstarrt ein junger Mann, als er die Kamera entdeckt. Er hat gerade einen Fahrgast entsetzlich zusammengetreten. Mit seinem Kumpel, dem fiesen Grinser, auf dem Bild daneben. Dass sie Spaß dabei hatten, das sieht man. Ihr Grund ist banal: Der Mann wollte, dass sie in der U-Bahn ihre Kippen ausmachen.

Die Sau haben sie rausgekehrt. Das kann man kaum anders sagen. Schläge, bis der 43-Jährige zu Boden ging. Tritte gegen seinen Kopf, als er schon unten lag. Und es roch nach verbranntem Fleisch, als sie eine Zigarette in seinem Gesicht ausdrückten. Verroht nennt man das. Eine Tat ohne Hirn und ohne Gnade. Da ist der Mensch nichts mehr wert und ihn zu demütigen, bedeutet ein ausgesprochenes Vergnügen.

Zu dieser Hasstat kam es schon am 21. September. Ein Sonnabend. Der Pendler stieg gegen 0.10 Uhr an der Station Lipschitzallee in einen Zug der Linie U7 in Richtung Rathaus Spandau. Bereits auf dem Bahnsteig hatte er die zwei jungen Männer angesprochen und gebeten, das Rauchen einzustellen. Diese Bitte wiederholte er, als alle drei in die Bahn stiegen. Kaum, dass sich die Türen der U7 geschlossen hatten, gingen alle beide auf den Fahrgast los.

Den Angriff zeichnete die Überwachungskamera in der U-Bahn auf. Da können sich die Schläger absolut nicht herausreden. Bei den jungen Männern soll es sich um Türken oder Araber handeln, zwischen 18 und 25 Jahre alt. Es ist bitter, aber Polizisten oder Staatsanwälte wundert das nicht. Und das, obwohl die Jugendgewalt im Allgemeinen jedes Jahr zurückgeht. „Wenn früher einer am Boden lag, wurde aufgehört. Heute gibt es Jugendliche, die treten gegen den Kopf des Opfers, obwohl sie dessen iPhone schon erbeutet haben. Im Grunde geht es ihnen nur symbolisch um das Handy. Sie wollen sich über jemanden erheben und Macht ausüben“, sagte Oberstaatsanwalt Rudolf Hausmann im Interview mit dem Nachrichtenmagazin Focus.

Die Polizei fragt:

- Wer kennt die gesuchten Männer und kann Angaben zu deren Identität und/oder Aufenthaltsort machen?

- Wer hat den Übergriff beobachtet und sich bislang nicht bei der Polizei gemeldet?

- Wer kann sonstige Hinweise zur Aufklärung der Tat geben?

Zeugen werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei der Direktion 5 in der Jüterboger Straße 4 in Kreuzberg unter den Telefonnummern (030) 4664 - 573 120 bzw. - 571 100 oder bei einer anderen Polizeidienststelle zu melden.



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