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Berliner-Kurier.de | Big-Brother-Natalie: Prozess um einen mysteriösen Unfall
04. February 2016
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Big-Brother-Natalie: Prozess um einen mysteriösen Unfall

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Der Staatsanwalt ermittelte gegen das Fernseh-Sternchen. Nun kommt sie vor Gericht.

Foto:

IMAGO

Moabit -

Bei „Big Brother“ gab sie sich freizügig, handelte sich den Spitznamen „Lausitz-Luder“ ein. Nun wird TV-Sternchen Natalie Langer (34) wohl eher zugeknöpft zur Hauptrolle antreten: Sie steht ab Montag vor dem Landgericht. Wegen versuchten Mordes. Laut Staatsanwaltschaft ein mehrteiliger Krimi.

Der Hintergrund: Ein Horror-Autounfall. Die Berliner Blondine (aufgewachsen in Hoyerswerda) soll am 26. Juli 2013 sturzbetrunken hinterm Steuer eines Mercedes gesessen haben. Im Morgengrauen habe sie in Treptow einen Lkw-Fahrer (damals 47) umgefahren, der an seinem Wagen stand.

Nächstes Kapitel: Statt sofort Hilfe für den Schwerverletzten zu alarmieren, soll sie getürmt sein. Die Ermittler: „Sie wollte der Strafverfolgung wegen der Trunkenheitsfahrt und der fahrlässigen Körperverletzung entgehen.“ Versuchter Mord durch Unterlassen. Motiv: Verdeckung einer Straftat.

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An dieser Stelle in der Straße Am Falkenberg in Treptow soll es gekracht haben.

Foto:

zVg

Blutüberströmt lag Jan R. (Name geändert) auf der Straße Am Falkenberg. Ein Bein zertrümmert, mehrere Hals- und Brustwirbel kaputt, Schädelhirntrauma. Er überlebte, weil sich andere Autofahrer um ihn kümmerten. 

Natalie Langer, die in der fünften Staffel von „Big Brother“ bekanntwurde. Als gar nicht prüde. „Lausitz-Luder“ wurde sie im TV-Container getauft. Später moderierte sie (Schlager).

Drittes Kapitel im Unfall-Krimi unter der Überschrift: „Der Mercedes verschwand nach Polen.“ Und der Verlobte (43) der Blondine steht im Verdacht, eine Helferrolle gespielt zu haben.

Noch in der Nacht vom 27. zum 28. Juli 2013 soll Stefan K. über die Grenze gefahren sein. Zitternd und Kette rauchend habe er in einer Werkstatt versucht, den Mercedes reparieren zu lassen oder loszuwerden. Als es nicht klappte, sei K. nach Stettin gefahren und habe den Mercedes einfach abgestellt – in der Hoffnung auf Diebe.

Im vierten Kapitel soll sie wieder agiert haben: Zwei Tage nach dem Horror-Unfall habe sie die „110“ gewählt und den vermeintlichen Auto-Klau angezeigt. Am 1. August fand die Polizei den Mercedes. K. wird nun Unterschlagung und Beihilfe zum Vortäuschen einer Straftat vorgeworfen.

Zeugen sollen Natalie Langer belastet haben: „Als sie ins Auto stieg, konnte sie nicht mehr gerade gehen.“ Erst Wein beim Italiener, dann Zecherei in einem Club (Mitte), von dort sei sie zu einer Bar (Charlottenburg) gefahren, habe hemmungslos gefeiert – zuletzt auf dem Boden krabbelnd. KE.