E_Paper_BK
BERLINER KURIER - Berlins ehrliche Boulevardzeitung im Netz
Berliner-Kurier.de | "Herrenrasse": Neonazis urinieren in Berlin in Ringbahn auf Kinder
24. August 2015
http://www.berliner-kurier.de/22591356
©

"Herrenrasse": Neonazis urinieren in Berlin in Ringbahn auf Kinder

Wieder Übergriff in der S-Bahn.

Wieder Übergriff in der S-Bahn.

Foto:

imago stock&people

Berlin -

Rassitsische Übergriffe gibt es in letzter Zeit in Berlin immer häufiger. Aber was zwei Rassisten nun getan haben, übertrifft alles in Berlin Dagewesene. Die beiden polizeibekannten Neonazis im Alter von 32 und 37 Jahren beleidigten bereits am Samstagabend zunächst eine Frau und ihre beiden Kinder in der Ringbahn. Die widerlichen Übeltäter riefen fremdenfeindliche Sprüche, bevor sie begannen auf die Kinder der Frau zu urinieren.

Die Neonazis aus Neukölln waren gegen 21.45 Uhr am S-Bahnhof Landsberger Allee in die Ringbahn S 41 eingestiegen. Als die Nazis die Frau und ihre Kinder entdeckten, fingen sie an, ausfällig zu werden, riefen "Scheiß Asylantenpack" und "Heil Hitler" und zeigten den Hitlergruß. Auch erklärten die Nazis den Gepeinigten: "Wir sind die Herrenrasse". Die Familie soll einen osteuropäischen Migrationshintergrund haben.

Zunächst entblößte der 32-Jährige sich vor den Kindern und zeigte seinen Hintern, bevor auf sie urinierte. Zeugen alarmierten über den Notruf die Polizei. Bundespolizisten konnten die beiden Männer auf dem S-Bahnhof Frankfurter Allee festnehmen. Nach einer Blutentnahme, der Atemalkoholwert der Männer hatte 2,31 und 1,79 Promille ergeben, und weiteren strafprozessualen Maßnahmen wurden die beiden Täter auf freien Fuß gesetzt. Das Verfahren geht nun an die Staatsanwaltschaft. Mitunter kann noch der Staatsschutz eingebunden werden.

Die S-Bahn sprach ein Beförderungsverbot aus: Beide mutmaßlichen Täter dürfen ein Jahr lang nicht mehr mitfahren. Den Mitreisenden dankte das Unternehmen für ihren „mutigen Einsatz“.

Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) zeigte sich entsetzt. „In meinem Amt glaubt man, schon vieles gehört zu haben. Aber das ist ein besonders abstoßender und widerlicher Vorfall“, erklärte er. „Hier werden Menschen entwürdigt, und zwar von Tätern, die sich selbst wie Tiere benehmen. Das ist die unerträgliche Fratze des Rassismus.“

Die Mutter war indes mit ihren beiden Kindern mit der S-Bahn weitergefahren, die Polizei sucht jetzt nach ihnen als Zeugen. Die Kinder sollen um die 5 und 15 Jahre alt gewesen sein. Die Familie wird gebeten, sich bei der Bundespolizeiinspektion Berlin-Ostbahnhof unter der Rufnummer 030 / 297779 - 0 oder jeder anderen Polizeidienststelle zu melden. Zudem kann auch die kostenlose Servicenummer der Bundespolizei (0800 / 6 888 000) genutzt werden. PA