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Nadja Uhl: Wir müssen Missbrauch härter bestrafen!

Es geht um Kinderhandel und Kinderprostitution. Nadja Uhl ermittelt in „Operation Zucker Jagdgesellschaft“ (ARD, Mittwoch, 20.15 Uhr) und stößt auf ein undurchdringbares Netz. Eine Rolle, die sie aufwühlte. Wir trafen die Schauspielerin.

Filmszene: Kommissarin Karin Wegemann (Nadja Uhl) trifft eins der misshandelten Mädchen.

Filmszene: Kommissarin Karin Wegemann (Nadja Uhl) trifft eins der misshandelten Mädchen. 

Foto:

ARD

Frau Uhl, Sie tragen ein T-Shirt mit der Aufschrift „Je suis Frauen aus Köln“ ...

Nadja Uhl: Ich weiß noch nicht, ob es mir um die Ohren fliegt. Ich hoffe nicht. Es wird ja mal Zeit, dass jemand was sagt. Ich frage mich seit Tagen: Wo bleibt der öffentliche Aufschrei? Der Shitstorm der Feministinnen und Frauenrechtlerinnen? In Köln sind Schallmauern durchbrochen worden. Es geht um einen Angriff auf unser freiheitliches Dasein. Auf das Recht der Frauen, ihr Leben frei zu bestimmen.

Warum schließen sich nicht bekannte Frauen wie Sie zusammen und schreien auf?

Das wäre ein Weg. Ich habe zwei Töchter und ich möchte denen nicht mal sagen müssen, wir haben nichts getan. Mir macht das Schweigen Angst. Als wir den ersten Film „Operation Zucker“ gedreht haben, in dem es schon um Kinderhandel und Kinderprostitution ging, gab es zwar im Anschluss eine große öffentliche Diskussion über das Thema, aber keinen Aufschrei. Aber wenn ein Politiker wie Rainer Brüderle ins das Dekolleté einer Journalistin schielt, dann regt sich ganz Deutschland auf. Das ist doch eine verkehrte Welt.

Warum, meinen Sie, schweigen so viele?

Weil sie vielleicht Angst haben, in der rechten Ecke zu landen. Stigmatisiert zu werden. Dabei ist das ein Angriff auf die Freiheit unserer Gesellschaft, wenn Frauen und Kinder derart respektlos behandelt werden. Wir brauchen starke Frauen und starke Kinder.

Der zweite Film „Operation Zucker Jagdgesellschaft“ prangert genau das an – diesmal sogar noch härter ...

Ja, das war den Autoren Friedrich Ani und Ina Jung sowie der Produzentin Gabriela Sperl wichtig, dass er wachrüttelt und aufmerksam macht. Er beruht ja auf recherchierten Tatsachen. Ich finde es ganz wichtig, dass man etwas verändert. Ich kann das nur im Rahmen meiner Schauspielerei. Verbrechen an Kindern – wie der Handel mit ihnen, die Prostitution, Misshandlungen – nehmen zu. Es gibt einen regelrechten Markt für sie, die Nachfrage ist enorm.

Wie gehen Sie damit um?

Ich bin genauso wie andere davor weggelaufen. Habe immer gedacht, das seien perverse Randerscheinungen unserer Gesellschaft. Doch als ich die Rolle angeboten bekam, ich mit Fakten und Recherchen konfrontiert wurde, wurde mir klar, dass es bei Kindesmissbrauch einen großen gesellschaftlichen Spielraum gibt.

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