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Mensch Meyer: Warum wir Regeln nicht befolgen können!

Vor einem Jahr gab es wegen illegaler Iran-Geschäfte Milliardenstrafen für die Commerzbank. Zur Vermeidung solcher Schwierigkeiten gibt haben viele Firma sogenannte Compliance-Abteilungen eingerichtet. Diese hat die undankbare Aufgabe, Leute, meist Bosse, von denen sie ohnehin schon gehasst werden, auf die Einhaltung von Regeln festzulegen, die jene sogar noch mehr hassen, was zu reduziertem Profit führt, den die Bosse am allermeisten hassen.

Zumal die meisten Bosse auch daheim einen „Chief Compliance Officer“ haben, der die Einhaltung von Regeln überwacht und sich manchmal fälschlich als Ehepartner bezeichnet. Was war das früher für eine Freude, dem heimischen Drachen ins Büro zu entkommen. Heute ist der Drache bereits im Büro und ruft Hase und Igel-mäßig: Ick bün all dor!

Das Wort Compliance kommt vom lateinischen „complere“, also „anfüllen“. Probleme, die sich nach durchzechter Nacht gut angefüllt ergeben, kennen übrigens auch Frauen, die sich am nächsten Morgen kopfschmerzgeplagt fragen, wie das stinkende Monster von der Betriebsfeier in ihre sauberen Laken gelangt ist.
Ein weiteres Problem ist die ständige Regeländerung. Einige Regeln sind ortsgebunden – während Folter in vielen Ländern der Welt untersagt ist, darf RTL2 in Deutschland ungehindert senden. Andere Regeln sind zeitgebunden. War es vor einigen hundert Jahren noch Compliance-kompatibel, öffentlich Hexen zu verbrennen, kriegt man heute massive Probleme, öffentlich eine Zigarette anzuzünden. Auch im Falle des Iran wäre die Commerzbank heute ganz vorn. Hoffentlich haben sie die Adressbücher von damals noch ...