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Mario Adorf: ... und eigentlich wollte ich Lehrer werden

Mario Adorf

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dpa

Herzlichen Glückwunsch, Mario Adorf! Der Star aus der Eifel, der sich im internationalen Filmgeschäft ein Denkmal setzte, wird am 8. September 85 Jahre alt. Der berühmte Weißschopf feiert das im kleinen Kreis seiner Familie und engsten Freunde.

Adorf wurde 1930 in Zürich geboren als Sohn einer Elsässerin und eines Italieners. Mehr als 140 Filmrollen hat er bisher gespielt. Vor kurzem wurde er in einer repräsentativen Umfrage als beliebtester Schauspieler überhaupt genannt.

Die Zahl 85 bedeutet ihm nicht viel, sagt er. Denn Adorf befindet sich weiter im absoluten Unruhestand. Er dreht, schreibt, geht auf Lesereise mit seinem neuen Buch „Schauen Sie mal böse“. Dieser Mann, der von sich sagt „ich will Leute unterhalten, das ist mein Beruf“, ist einfach nicht zu bremsen.

Im großen KURIER-Geburtstagsinterview verrät er unserem Reporter Horst Stellmacher, was ihn antreibt, wie alles anfing, wovon er träumte und noch träumt, wie es weitergehen soll – und das Geheimnis seiner langen Liebe zu Ehefrau Monique.

Berliner KURIER: Sie sind in der Eifel aufgewachsen, haben in Rom und München gelebt, hatten viele, viele andere Lebens-Stationen – wo ist für Sie eigentlich Heimat?

Mario Adorf: Heimat ist dort, wo man herstammt, und das ist bei mir die Eifel.

Kommen Sie noch oft und gern hierher?

Nicht oft, aber immer wieder gern.

Hat die Eifel Einfluss auf Ihre Karriere gehabt?

Aber ja, und das hat was mit der Sprache zu tun. Die Sprache der Eifel und des Rheinlands haben mir Glück gebracht. Ich habe viele Rollen im Dialekt gespielt, schon meine erste mit nachgemachtem Kölsch im Film „08/15“.

Haben Sie als Kind davon geträumt, Schauspieler zu werden?

Nein, das habe ich nicht. Ich habe nie einen Lebensplan gehabt – ich bin in den Beruf einfach so reingerutscht. Ich wollte Lehrer werden, habe aber als Student in Mainz gern Studententheater gemacht. Ich ging dann nach Zürich, um da als Komparse am Schauspielhaus Geld für mein Studium zu verdienen und bin danach in München fast ins Schauspielfach gestolpert. Ich war auf Wohnungssuche, kam zufällig an der „Falckenbergschule“ vorbei und sagte mir: „Den Namen habe ich schon mal gehört – ich versuche es einfach!“

Klingt auch sehr einfach…

… und ich habe schon nach wenigen Monaten die ersten kleinen Rollen gespielt. Aber nicht, weil ich so wahnsinnig begabt war, sondern weil mir die Kostüme von einem Schüler, der abgegangen war, passten.

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