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Wohnungspolitik: Der erbitterte Mieterkampf gegen die Spekulanten

Kreuzberger Aktivisten und Schöneberger Mieter rollten einen symbolischen Euro zur Immobilienfirma des Bundes.

Kreuzberger Aktivisten und Schöneberger Mieter rollten einen symbolischen Euro zur Immobilienfirma des Bundes.

Foto:

Lambert

Berlin -

Stumpfsinn hat einen Namen: Mietenpolitik. Während Berlin darum kämpft, möglichst viele Wohnungen in seinen Besitz zu bekommen und damit den Mietanstieg kontrollieren zu können, will der Bund Wohnungen und Grundstücke meistbietend verkloppen. Dagegen gibt es erbitterten Widerstand.

Für tausende Augen wurde der Protest jetzt sichtbar: Aktivisten des „Bündnis Stadt von Unten“ rollten einen Riesen-Euro vom Wittenbergplatz zur Fasanenstraße. Dort sitzt die BImA – Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Ihr gehört das 4,7 Hektar große „Dragoner-Areal“ in Kreuzberg. Die Fläche hinter der ehemaligen Kaserne (heute: Finanzamt) soll dem Höchstbieter zugeschlagen werden.

Die Inititiative übergab am Ende der Demo ein provokantes Gebot an die BImA: 1 Euro. Sie fürchtet, dass die Fläche an Mehringdamm und Obentrautstraße mit Luxuswohnungen bebaut wird und verlangt: Es dürfen nur Mietwohnungen zu sozialen Mieten entstehen, die dauerhaft gesichert sind. Mieter, Kleingewerbe und Künstler sollen den neuen Kiez selbst verwalten.

Unter den Demonstranten waren zwei Mieterinnen aus Schöneberg. Denn sehr ernst ist die Lage für Menschen wie sie, die in in fünf BImA-Häusern an derGroßgörschen-, Ecke Katzlerstraße wohnen. Für die 48 Wohnungen in „einfacher Wohnlage“ will der Bund 7,1 Millionen Euro.

Der Bauingenieur Dieter Schütz (69), der mit seiner Frau Heidi Häuser (67) in der Großgörschenstraße 3,60 Euro kalt für den Quadratmeter zahlt: „7,1 Millionen sind das 31-fache der Nettokaltmiete, die die Häuser pro Jahr bringen. Normal ist das 15-, höchstens das 20-fache.“

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