E_Paper_BK
BERLINER KURIER - Berlins ehrliche Boulevardzeitung im Netz

Wie gespenstisch ist denn das?: 9. Mai 2013: Stasi-Spuk am Ehrenmal

Am Sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park...

Am Sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park...

Foto:

Theo Heimann

Treptow -

Gelebte (N)Ostalgie oder Grusel-Show im Tarnanzug? Im Treptower Park feierten ehemalige DDR-Kampftruppen den „Tag des Sieges“. Ziemlich geschmacklos. Über den Aufmarsch gehen die Meinungen auseinander. Und zwar weit! Nieselregen betröpfelte Stahlhelme und Feldkappen am Sowjetischen Ehrenmal. Doch durch die Gesichter der Uniformierten ging keine Regung. Gelernt ist gelernt.

Dutzende Männer und Frauen in Uniformen von DDR-Kampftruppen, darunter das paramilitärische Wachregiment „Feliks Dzierzynski“, standen stramm. Anlass war die Kapitulation der deutschen Wehrmacht, mit der am 8. Mai 1945 der 2. Weltkrieg in Europa endete. Was bei Zuschauern des unwirklich anmutenden Schauspiels für Lächeln sorgte, brachte Opferverbände auf den Baum.

„Viele unserer Mitglieder sind posttraumatisch belastet. Wenn die diese Bilder sehen, schmerzt sie das“, so Hugo Diederich von der „Vereinigung der Opfer des Stalinismus“ zum KURIER. Und Carl Holzapfel von der Vereinigung 17. Juni 1953 e.V.: „Das ist eine Schande. Da präsentieren sich Schergen eines Unrechtsstaates und lassen sich feiern.“ Beide fordern eine Bestrafung.

Doch so einfach ist das nicht. Das Tragen von DDR-Uniformen fällt nicht unter die „Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole“ (wie etwa jener aus der NS-Zeit). Diederich und andere wollen sich nun stark machen, dass auch DDR-Symbole nach Paragraf 130 (Volksverhetzung) bestraft werden.