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Wasser für Berlin: Grüne wollen den Himmel bepflanzen

Im Hinterhof der Bernburger Straße 22 wurde die sogenannte „Roof Water-Farm“ installiert. Regenwasser sowie Abwässer von 250 Personen werden hier aufbereitet.

Im Hinterhof der Bernburger Straße 22 wurde die sogenannte „Roof Water-Farm“ installiert. Regenwasser sowie Abwässer von 250 Personen werden hier aufbereitet.

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Volkmar Otto

Berlin -

Die Natur braucht dringend Regen. Auch in Berlin. Wenn es allerdings zu sehr schüttet, kommt die Stadt in Not. Denn neben Lärm, Abgasen und Müll ist die in unschöner Regelmäßigkeit überlaufende Kanalisation eines der zentralen Umweltprobleme in Berlin.

Da nämlich sehr viele Flächen in der Stadt aufgrund der dichten Bebauung versiegelt sind, fließt das Regenwasser (645 Liter Regen fallen pro Quadratmeter im Jahr), anstatt zu versickern, in die Mischkanalisation und lässt diese überlaufen.

Rund 40 Mal im Jahr passiert das. Dadurch gelangt Schmutzwasser aus Küchen, Duschen und Badewannen, aber auch Fäkalien in Berliner Gewässer. Eklig. Die gute Nachricht: Das Problem ist lösbar. Durch die Bepflanzung von Tausenden Dächern im gesamten Stadtgebiet.

Und genau diese fordern die Grünen in einem Maßnahmenpapier. Mindestens 70 Prozent der Neubauten mit Flachdach sollen begrünt werden, davon sollen 20 Prozent für Bewohner oder Beschäftigte als Freiräume nutzbar sein. „Damit entlasten wir die ständig überlaufende Kanalisation, kühlen das Stadtklima und stärken die Artenvielfalt. Zudem steigt mit diesen Dachgärten die Lebensqualität“, so die umweltpolitische Sprecherin der Grünen, Silke Gebel.

Wasseraufbereitung in Kreuzberg
 Für sauberes Wasser: Grüne wollen mehr als 70 Prozent der Neubauten in der Stadt begrünen.

Platz genug wäre in Berlin vorhanden, mindestens 200 Hektar Dach würden beispielsweise in den kommenden fünf Jahren in Betracht kommen. Das entspricht fast der Fläche des Tiergartens oder rund 280 Fußballfeldern. Ende Mai wurde das Konzept im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt beraten und von allen Fraktionen positiv aufgenommen. Eines der finalen Ziele: Man soll in der Spree wieder baden können.

Damit nicht genug. Ein Pilotprojekt in Kreuzberg zeigt schon heute, dass der Plan keine überdrehte Öko-Spinnerei ist. In der Bernburger Straße wird das Regenwasser von 2.350 Quadratmetern Dach und 650 Quadratmetern versiegelter Fläche sowie Abwasser von 250 Personen aufbereitet. Über eine Pflanzenkläranlage.

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