E_Paper_BK
BERLINER KURIER - Berlins ehrliche Boulevardzeitung im Netz

Verrücktes Wetter: Ist das noch Winter oder schon ein Problem?

1490AC00708C61D8

Ist das Herbst? Oder Frühling? Pfützenwetter am 22. Februar.

Foto:

dpa

Berlin -

Schnee und Glätte, Regen und Sonne, starke Böen und heftige Gewitter. Das Wetter scheint verrückt zu spielen, April-Wetter im Februar. 2015 war das wärmste Jahr seit Aufzeichnungs-Beginn. Seit Mai fielen alle Monate zu warm aus, auch der Januar 2016. Besonders Allergiker leider unter den milden Temperaturen, Frauen reagieren empfindlich auf das Wetter-Wirrwarr.

Auf Mini-Frühling folgt nun noch mal ein Mini-Winter. Temperaturstürze von bis zu zehn Grad innerhalb von 24 Stunden waren in Berlin in den letzten Wochen keine Seltenheit. Dabei spielt nicht nur in Deutschland das Wetter verrückt, auf der ganzen Welt sorgt die Wetterlage für extreme Verhältnisse.

Während in weiten Teilen Asiens neue Kälterekorde aufgestellt wurden, war es in anderen Regionen auffällig warm. Südamerika und Afrika meldeten neue Hitze-Rekorde, leiden unter einer extremen Dürre. Gleichzeitig  gab es in Kalifornien, das sonst nach Niederschlägen lechzt, so viel Regen und Schnee, wie seit Jahren nicht.  Auch in Großbritannien führten heftige Regenfälle zu  Überschwemmungen.

Verantwortlich für die neuesten Wetter-Kapriolen ist wieder einmal das Phänomen El Niño (span.: kleiner Junge, hier: Christkind). Eine Klimaanomalie, die alle zwei bis sieben Jahre die normale Wettersituation auf den Kopf stellt: Passatwinde geraten außer Kontrolle, blasen in entgegengesetzte Richtungen und verändern dadurch die Meeresströmungen.

digas-123949096_MDS-BKU-201

Ende Januar liegt ein Schneehaufen vor dem Brandenburger Tor.

Foto:

dpa

Die Folgen  sind chaotische Wetterlagen, heftige Stürme und ausgiebige Niederschläge. Auf der Südhalbkugel dagegen – weil der Passatwind hier ausfällt und keine feuchte Luft vom Ozean liefert – kommt es zu massiven Trockenperioden. Der Name El Niño ist dabei vom Zeitpunkt der ersten Auswirkungen abgeleitet, nämlich zur Weihnachtszeit.

Auch bei uns macht sich El Niño bemerkbar. Der wärmste Januar seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1880 sorgte bereits für Frühlingsgefühle. Narzissen, Krokusse und Co. standen schon in den Startlöchern,  in München wurden am 22. Februar frühsommerliche 18,1 Grad gemessen – Rekord! In Berlin war es dagegen kühler. Dazu machten heftige Regenfälle nicht nur den U-Bahnhöfen zu schaffen.

Laut Klimatologe Dr. Karsten Brandt stehen die Chancen in den nächsten Tag gut, dass die Sonne über Berlin lacht – sogar am Wochenende.  Die Temperaturen bleiben aber bei maximal fünf Grad, nachts ist sogar mit Frost zu rechnen.

Ab Montag könnte dann wieder der Winter drohen. Brandt äußert sich im Gespräch mit dem KURIER vorsichtig: „Computer-Hochrechnungen ergeben, dass ab Anfang nächster Woche ein Tiefdruckgebiet über Mitteleuropa Schnee bringen könnte.“ Sicher ist sich Brandt hingegen, dass die Temperaturen weiterhin im Keller bleiben - obwohl ab 1. März meteorologisch bereits der Frühling beginnt.

Erst Mitte März, so tippt der Wetter-Experte, könne es  wärmer und vor allem trockener werden. Dabei machen die Wetterkapriolen Frauen mehr zu schaffen als Männern, so eine  Umfrage der Apotheken-Umschau.  Jede dritte  Befragte gab an, wetterempfindlich zu sein. Wetterumschwung und Temperaturstürze machen dagegen nur jedem sechsten Mann zu schaffen.  Häufigste Beschwerden sind Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme und Müdigkeit.