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U-Bahnhof Stöhnleinstraße: Berlin total versext – aber was ist erlaubt?

Kreuzberg -

In der U-Bahn fallen alle Tabus, die Haltestelle Schönleinstraße wird zu Stöhnleinstraße! Ein junges Paar beim hemmungslosen Sex, mit Videokamera aufgenommen und ins Internet gestellt. Berlin total versext – aber was ist eigentlich in der Öffentlichkeit erlaubt?

Der Berliner Yasin K. (22), bei Facebook alias „Yasin Rich Berlin“, hat den nur neun Sekunden kurzen, aber deftigen Clip verbreitet. In zwölf Stunden bekam das Video 3.500 „Gefällt mir“-Angaben und 10.000 Kommentare. Dann zogen die prüden Facebook-Macher aus den USA die Reißleine. Yasins Account wurde temporär gesperrt und der Clip wegen „Nacktheit“ entfernt.

Das laut Yasin K. am Wochenende zwischen 3 und 4 Uhr morgens aufgenommene Video zeigt ein hemmungsloses Pärchen, das es nicht mehr bis nach Hause geschafft hat. An der Haltestelle Schönleinstraße haben die beiden Sex im Stehen – sie hält sich an einer Infotafel fest und er beglückt sie von hinten. „Die beiden waren mit Drogen zugeschmissen“, vermutet Yasin. Dem Filmer aus der U-Bahn zeigen sie den Stinkefinger. Für die U-Bahnsteige ist die BVG zuständig, die auf KURIER-Nachfrage abwiegelt. „Das ist uns egal. Das interessiert uns nicht“, sagte Sprecherin Petra Reetz.

So einfach macht es sich die deutsche Rechtsprechung nicht. Wer öffentlich Sex hat und damit absichtlich oder wissentlich für Ärger sorgt, begeht mit der „Erregung öffentlichen Ärgernisses“ eine Straftat (Paragraf 183a StGB) – wie eben das Pärchen in der U-Bahn. Bei dem Akt sei es egal, ob es sich um Petting, Oralsex oder wie im Video um richtigen Sex handele, erklärt Rechtsanwalt Steffen Lindberg dem KURIER. Die sexuelle Handlung müsse klar erkennbar sein und sich jemand verletzt fühlen.

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