E_Paper_BK
BERLINER KURIER - Berlins ehrliche Boulevardzeitung im Netz

Aiport-Desaster: Diese Bruchpiloten setzten 500 Millionen in den Sand!

Auf der Pressekonferenz (v.l.): Flughafenchef Rainer Schwarz, Verkehrsstaatssekretär Rainer Bomba sowie die beiden Landeschefs Klaus Wowereit und Matthias Platzeck

Auf der Pressekonferenz (v.l.): Flughafenchef Rainer Schwarz, Verkehrsstaatssekretär Rainer Bomba sowie die beiden Landeschefs Klaus Wowereit und Matthias Platzeck

Foto:

Uhlemann

Berlin -

Die Kosten für das Airport-Fiasko einschließlich Regressforderungen schätzen Insider jetzt auf 50 Millionen Euro. Im Monat! Macht bei dem um fast zehn Monate nach hinten verschobenen Start 500 Millionen. Vor wenigen Tagen war von „nur“ 15 Millionen monatlich die Rede. Doch auf der Pressekonferenz in der Airport-World drückten sich Flughafengesellschaft und Aufsichtsrat um konkrete Zahlen.

Auf die Mehrkosten befragt, antwortete Flughafenchef Rainer Schwarz lediglich: „Schadenersatzforderungen sind uns noch keine eingegangen. Es finden jetzt viele Gespräche statt, aber vor allem mit gastronomischen Unternehmen hatten wir Verträge abgeschlossen, wonach Regressansprüche erst nach 18 Monaten greifen.“

Mehrkosten räumte Schwarz am Flughafen Tegel wegen eines „erheblichen Wachstums“ ein. Über den bereits überlasteten Flughafen sollen ab Sommer mehr Flüge, vor allem von Lufthansa und Air Berlin, abgewickelt werden. Fürs Gepäck von Umsteigern braucht es mehr Dienstleister, Probleme sieht Schwarz auch für den nächsten Winter, wenn mehr Jets enteist werden müssten. Doch was das alles kosten wird, sagte er nicht.

„Für Berlins Steuerzahler zeichnet sich die geplatzte BER-Eröffnung als größte finanzielle Katastrophe direkt nach dem Berliner Bankenskandal ab“, sagte der Chef des Bundes der Steuerzahler Berlin, Alexander Kraus. „Jetzt muss aufgeklärt werden, wer Informationen bis zuletzt zurückgehalten hat.“ Und Kraus fragt: Was hat Berlins Regierender und Flughafen-Aufsichtsratschef Klaus Wowereit (SPD) gewusst? Falls er Hinweise auf das Desaster bewusst unterdrückt habe, „nur um die Abgeordnetenhauswahl zu gewinnen, wäre das ein beispielloser Betrug an den Wählern, der nicht ohne Konsequenzen bleiben darf“, sagte Kraus. Denn die Mehrkosten für den Airport würden an den Steuerzahlern hängen bleiben.

Doch Wowereit, Brandenburgs Landesfürst Matthias Platzeck (SPD) und Verkehrsstaatssekretär Rainer Bomba vom Bund machten gestern im Schulterschluss vor der Presse auf Unschuldslämmer. Wowereit: „Der Aufsichtsrat hat alles getan, um seiner Kontrollaufgabe gerecht zu werden.“ Platzeck: „Der Aufsichtsrat kann nicht der bessere Bauleiter oder Kontrolleur sein, er hat seine Sache erfüllt.“ Und Bomba sieht im Aufsichtsrat noch immer ein „tolles Gremium, das tief eingestiegen ist in die Berichte und zwischen den Zeilen gelesen hat“.

Zum Sündenbock für die Pleite machten sie Technik-Chef Manfred Körtgen, der laut Wowereit „Probleme hatte, Probleme rechtzeitig zu erkennen.“ Körtgen ist nun gefeuert. Für die Flughafengegner vom Bürgerverein BVBB ein „untauglicher Versuch, ein Bauernopfer zu präsentieren“, sagte BVBB-Chef Hans-Joachim Stefke. „Hierdurch soll lediglich von den Verantwortlichkeiten und Versäumnissen der Spitze des Aufsichtsrats, in Person von Wowereit und Platzeck, abgelenkt werden.“