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Schwuler Berliner DJ: Ich bin Karnevalsprinz und das ist gut so!

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 Kevin Fuhrmann (li.) mit seinem Freund Kevin Reimann. 

Foto:

Hans Peter Blum

Berlin/Thüringen -

Eine mutige Aktion: Im verschlafenen Neustadt in Thüringen wurde Kevin Fuhrmann (23) zusammen mit seinem Freund zum Karneval-Prinzenpaar. Neben viel Lob gab es auch Kritik.

 Das schnuckelige Neustadt in der Nähe von Nordhausen kannte bisher kaum einer. Kevin Fuhrmann und sein Freund, der auch Kevin heißt, machen ihre Heimat jetzt bekannt. Sie sind das erste schwule Prinzenpaar zum Karneval in Thüringen.

„Meine Schwester hat uns vorgeschlagen“, so der junge Mann im KURIER-Gespräch. Der Karnevalclub in Neustadt hatte ein Pärchen für die Saison gesucht und so kam man irgendwann auf Kevin und Kevin. „Wir haben alle einmal Luft geholt und dann gesagt, das machen wir“, so Vereinschef Norbert Grahl.

Familie Fuhrmann engagiert sich im Karnevalclub. Der Vater sitzt im Elferrat, die Mutter tanzt, Kevin ist hier aufgewachsen. Und so hat mit dem schwulen Paar kaum jemand ein Problem. Im Gegenteil.

„Wir haben viel Lob bekommen“, so der Prinz, der in seinem Leben viel rumgekommen ist. Als DJ „Kevinneon“ hat er in Wien gelebt und gearbeitet. „Eurovision Song Contest“-Gewinnerin Conchita Wurst kennt er gut. In Berlin legt Kevin Fuhrmann regelmäßig auf, das nächste Mal am 28. Februar. „Berlin ist eine schöne Stadt. mit vielen Angeboten“, meint der Prinz weiter.

Der Landesverband der Karnevalsvereine in Thüringen meint, dass die schwulen Prinzen die Tradition brechen würden. Clubchef Norbert Grahl lacht darüber nur: „Diese Tradition kommt aus dem Jahr 1416.“ Kevins Verein und sein Lebensgefährte stehen hinter ihm. „Wir wollen ein Zeichen für die homosexuelle Ehe setzen“, sagt der DJ .