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Woher kommt der Schwabenhass?: Grüß Gottle, Berlin

Nicole Kiemel arbeitet in Schwäbisch Gmünd, 585 Kilometer vom Alex entfernt. Das Foto entstand bei einem ihrer Berlin-Besuche.

Nicole Kiemel arbeitet in Schwäbisch Gmünd, 585 Kilometer vom Alex entfernt. Das Foto entstand bei einem ihrer Berlin-Besuche.

Foto:

Nicole Kiemel

Berlin/Schwäbisch Gmünd -

Bundestagsvize Wolfgang Thierse lästert über Schwaben, auf Hauswänden prangt „Schwaben raus“, „Schwäbisch sprechen verboten“. Doch wie steht’s wirklich um den Schwabenhass in Berlin? Reporterin Nicole Kiemel aus Schwäbisch Gmünd reiste in die Hauptstadt und machte sich auf die Suche.

In einem Kiosk im Wedding will ich Zigaretten und einen Stadtplan kaufen. Ich stelle mich in die Schlange. Drei Kunden vor mir. Dann bin ich dran. Ich räuspere mich: „Grüß Gottle, I het gern blaue L&M“, sage ich. „Komm se an die Kasse da rüber, hier jibt et nur Lotto“, erwidert der hagere Mann hinterm Tresen und reicht mir die Schachtel Zigaretten. Puh, denke ich, entspanne mich ein wenig und frage: „Und hen Sie vielleicht au en Schtadtplah?“ Der Kioskverkäufer schaut mich über den Rand seiner Brille an, schüttelt den Kopf und sagt: „Jute Frage, nächste Frage.“ Ich weiche einen Schritt zurück und halte kurz die Luft an, als er sich über den Verkaufstisch beugt, nach draußen zeigt und sagt: „Sehn se das Büdchen da schräg gegenüber, vielleicht haben die einen.“ Ich atme aus, bedanke mich und verlasse den Kiosk – geschafft.

Für meine nächste Aufgabe fahre ich in den Osten. Schwaben sollen für steigende Mietpreise verantwortlich gemacht werden, also werde ich behaupten, ich sei auf dem Weg zu einer Wohnungsbesichtigung in Pankow. An der S-Bahnstation „Gesundbrunnen“ steige ich um...

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