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Berliner-Kurier.de | Ratten am hellichten Tag: Berlins schlimmster Ekel-Park
10. June 2013
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Ratten am hellichten Tag: Berlins schlimmster Ekel-Park

Berlin -

Sommer, Sonne, Ekel! Ausgerechnet da, wo Babys krabbeln – am Arnimplatz in Prenzlauer Berg. Weil der Müll sich türmt, haben Ratten die Macht auf dem Grün übernommen. Parkbesucher sind entsetzt. Und auch in anderen Bezirken müssen Kammerjäger immer öfter ausrücken.

Pankows Stadtrat Holger Kirchner (Grüne) machen die Zustände ratlos: „Der Arnimplatz ist der schlimmste. Auf keinem anderen Platz gibt es so viele Ratten wie dort. Sie kommen am hellerlichten Tag aus ihren Löchern.“ Ob auf Wiesen, Spielplatz oder an Parkbänken und auf Wegen, überall wieseln die Tiere herum. Anwohnerin Rona Tietje, auch SPD-Vertreterin der Anwohner, berichtet: „Es spitzt sich deutlich zu! Da muss endlich was geschehen.“

Das meinen auch die Senioren aus der am Platz liegenden Begegnungsstätte Paul-Robeson-Straße. „Wir sitzen so gerne auf den Bänken. Aber das ist nicht mehr möglich, denn die Viecher laufen einem über die Füße“, schimpft Senioren-Beirats-Vorsitzende Charlotte van der Meer (94). Sie weiß: „Der Platz ist ungepflegt. Dort wird der Müll nicht oft genug beseitigt. Kein Wunder, dass sich die Tiere dort breitmachen.“

Dr. Anika Friese vom Institut für Tier- und Umwelthygiene, Freie Universität, bekräftigt: „Ratten werden vor allem von Nahrungsmitteln und Essensresten angelockt. Das Hauptproblem wird somit höchstwahrscheinlich eine unzureichende Müllentsorgung sein, insbesondere, wenn sich darunter Nahrungsmittel befinden.“

Mütter wie Petra (36) und Johanna (33) sind entsetzt: „Das bringt uns in Gefahr!“ Ratten sind nicht harmlos. Pankows Amtsarzt Uwe Peters: „Wer sie sieht, muss es melden, damit die Tiere bekämpft werden. Schließlich sind sie Krankheitsüberträger, können hochfieberhafte und Darm-Erkrankungen auslösen.“

Genauso warnt Dr. Anika Friese: „Die Wanderratte kann Träger verschiedene Krankheitserreger wie Salmonellen oder Leptospiren sein, eine Infektion durch direkten oder Kontakt mit deren Ausscheidungen ist möglich.

Ein anderes hygienische Problem stellt der Kontakt der Ratten mit vielen verschiedenen Keimen dar, wenn sich die Tiere beispielsweise auch in der Kanalisation aufhalten. Dort befindet sich eine Mischung aus Mikroorganismen (Salmonellen, Escherichia coli, Campylobacter), die durch Ratten verbreitet wird.“

Kein Wunder, dass es den Leuten stinkt. Um die Ordnung wiederherzustellen, bringen die Empörten das Thema jetzt vor die Bezirksverordnetenversammlung Pankow. Stadtrat Kirchner verweist auf die zweimal wöchentliche Leerung der Papierkörbe: „Das reicht aus.“ Für mehr ist kein Geld da. Amtsarzt Peters lässt seit Jahresanfang ständig neue Giftköder auslegen. Vergeblich. Rona Tietje: „Ratten werden weiter gesichtet.“

Doch das Problem ist nicht isoliert: In ganz Berlin schießt die Zahl der Bekämpfungsmaßnahmen hoch. Laut einer kleinen Anfrage im Abgeordnetenhaus mussten bis Ende Oktober 2012 schon 4950-mal Kammerjäger ausrücken. Im Jahr davor waren es nur 3868 Einsätze.


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