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Nach dem Nazi-Anschlag: Ein Kiez steht auf

Anwohner aus Friedrichshain bei einem Straßenfest vor dem zerstörten Restaurant „Costallino“ in der Koppenstraße.

Anwohner aus Friedrichshain bei einem Straßenfest vor dem zerstörten Restaurant „Costallino“ in der Koppenstraße.

Sie wollten seine Existenz zerstören, ihn aus seiner Heimat Berlin verjagen. Vor zwei Wochen verwüsteten unbekannte Nazi-Schläger das Restaurant von Hussein B. im Friedrichshain. Jetzt stellt sich ein ganzer Kiez hinter den Ägypter.

Die Stühle zerstört, die Küche verwüstet, die Wände mit Hakenkreuzen beschmiert – am 27. Mai stand Hussein B. völlig geschockt in seinem Laden und alarmierte die Polizei. Schnell übernahm der Staatsschutz die Ermittlungen, noch sind die höchstwahrscheinlich im rechtsextremen Milieu vermuteten Täter unbekannt. Doch jetzt rollt eine Welle der Solidarität durch Friedrichshain.

Am Pfingstwochenende organisierten Unterstützer des beliebten Restaurant-Besitzers ein Straßenfest. „Wir haben gezeigt, das unser Stadtteil vielfältig ist und bleibt. Wir werden rassistisch motivierte Gewalt nicht hinnehmen“, so die Botschaft der Veranstalter.

Zugleich werden ab sofort Gutscheine verkauft, die später in Hussein B.’s neuem Restaurant eingelöst werden können. So will der 43-Jährige das Geld für eine Neueröffnung zusammenkratzen. Denn der mutige Mann will sich von den Randalierern nicht einschüchtern lassen. Er sagt: „Würde ich aufgeben, dann würden sie mit dem Nächsten das gleiche machen!“