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Mauer-Comic: Hier lernen unsere Kinder, die schmerzliche Teilung Berlins zu verstehen

Berlin -

28 Jahre lang teilte die Mauer Berlin, trennte Freunde und Familien. Für ihr neues Buch „Berlin – Geteilte Stadt“ (Avant Verlag, 14,95 Euro) haben Susanne Buddenberg und Thomas Henseler Zeitzeugen befragt, deren erschütternde und spannende Mauer-Erlebnisse in einem Comic aufgezeichnet.

Da ist etwa das junge Mädchen Regina Zywietz. Mit einem falschen Ausweis versucht sie, an der Friedrichstraße die DDR zu verlassen. Ihre Lehrer helfen der Abiturientin in die S-Bahn Richtung West-Berlin. Die Flucht glückt. Anders die von Ernst Mundt. Als er am 4. September 1962 versucht, am Brennpunkt Bernauer Straße über die Mauer zu fliehen, wird er erschossen.

Günter Malchow, Krankenpfleger im Westberliner Lazarus Krankenhaus hat an diesem Tag Dienst. Seine Frau Ursula erinnert sich deutlich an die vielen Mauer-Verletzen. Mit den Comic-Zeichnern ging sie jetzt noch einmal zum Krankenhaus. „Wir zeigen im Buch fünf historische Orte, an denen man heute noch Mauergeschichte nachvollziehen kann“, erklärt Zeichner Thomas Henseler.

So machte sich an der Stelle, wo heute das Finanzministerium steht, im Juli 1965 die Familie Holzapfel zu einer Flucht per Seilbahn auf. Vom Dach des ehemaligen Hauses der Ministerien gelangten die Holzapfels in einer halsbrecherischen Aktion in den Westen. Die detaillierten Bilder holen Leser sofort mitten ins Geschehen. „Das Comic ist der kleine Bruder des Films, es spricht Leser emotional an“, erklärt Thomas Henseler die intensive Wirkung. Gerade für Jugendliche sei das Buch deshalb ein spannender Zugang zur Geschichte. Am Donnerstag um 19 Uhr wird das Buch im Besucherzentrum der Gedenkstätte Berliner Mauer vorgestellt.