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Lichtenberg: Bezirk schickt Rasenmäher gegen Huren

Lichtenberg -

„Verkehrsberuhigung“ mit dem Rasenmäher: Das Bezirksamt will die Unkrautwiesen an der Darßer Straße mähen – die Freier der Straßenhuren können dann nicht mehr ungesehen in den Sattel steigen. Hofft man.

Die fünf neuen Oststraßenstriche (KURIER berichtete) geraten endlich unter Druck. In Lichtenberg gab es jetzt einen Ortstermin, an dem der Polizei-Abschnittleiter Markus Knapp, Fabian Peter vom Büro des zuständigen Stadtrats Nünthel und der Lichtenberger CDU-Vorsitzende Martin Pätzold teilnahmen.

Peter erklärte dem KURIER, dass es mit der Mäh-Aktion aber noch etwas dauern kann – das Grünflächenamt sei im Moment mit der Beseitigung der Gewitterschäden beschäftigt, und für den Einsatz einer Firma müsse erst Geld bereitgestellt werden.
Das gilt auch für die Idee, den Graaler Weg mit Pollern zu blockieren, damit Freier nicht mit dem Auto und der jeweiligen Sexualdienstleisterin hineinfahren können. Pätzold: „Die Straße kann so lange gesperrt bleiben, bis sich auf dem Gewerbegebiet dort Gewerbe ansiedelt.“

Auch die Polizei will öfter vorbeischauen – allerdings kann sie nicht wirklich tätig werden, solange die Prostituierten halbwegs bekleidet sind und sich gesetzesgetreu benehmen. Nach KURIER-Informationen sind Sozialarbeiterinnen dabei, die Frauen auf Hilfe durch das „Zentrum für sexuelle Gesundheit und Familienfragen“ im Bezirk oder durch die Prostituierten-Organisation Hydra hinzuweisen.

Wegen der Sprachprobleme – die meisten Frauen stammen aus Polen und vom Balkan – sei es aber schwierig, „Aufklärung“ zu schaffen, Kondome und Papier nicht auf der Wiese liegen zu lassen.