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Latte rabiato: Wirt verbietet Mutter das Stillen

Café-Besitzer Ralf Rüller

Dem Café-Besitzer Ralf Rüller wirft „Latte-Macchiato-Mutti“ Johanna Spanke Diskriminierung vor und startete eine Petition.

Foto:

Kai Horstmann

Prenzlauer Berg -

Weil sie sich von einem Wirt drangsaliert fühlte, während sie ihr Kind stillte, fordert eine Berliner Mutter nun ein Gesetz, das Stillen in der Öffentlichkeit erlaubt.

„Mütter sollten in Deutschland das Recht haben, ihre Kinder an öffentlichen Orten wie Cafés zu stillen, ohne des Ladens verwiesen zu werden!“ So der Wortlaut von Johanna Spankes Web-Petition, adressiert ans Bundesfamilienministerium.

Die junge Mutter behauptet, aus einem Café in der Schönhauser Allee rausgeworfen worden zu sein. „Ich war mit meinem Freund und dem Kleinen da. Beim Bestellen sagte mir die Bedienung, dass man im Café nicht Stillen dürfe. Der Betreiber bestätigte dies“, so die 30-Jährige (promoviert derzeit an der Uni Hamburg in Kunstgeschichte) gegenüber dem KURIER. „Nach dieser Aussage haben wir uns das Geld wiedergeben lassen und sind wir gegangen.“

Der Betreiber des Cafés, Ralf Rüller, bestreitet den Vorwurf: „Ich habe keine Kundin aus dem Café geworfen, lediglich offenes Stillen im Fenster untersagt.“ Der Gastronom ist kein Unbekannter, machte früher bereits von seinem Hausrecht Gebrauch, als er ein Kinderwagen-Verbot verhängte und Mütter in Prenzlauer Berg so in Aufregung versetzte. Auch Laptops duldet er nur in der hintersten Ecke seines Ladens.

Bei Johanna Spanke ist der Ärger groß. „Ich entschuldige mich für das Bedürfnis meines Sohnes nach Nahrung“. Sie fordert ein Gesetz, das verbietet, stillende Mütter zu diskriminieren, „sonst dürfen wir uns nicht wundern, wenn immer mehr Frauen in Deutschland die Lust auf Kinderkriegen vergeht!“

Rund 800 Unterzeichner hat die Petition bisher. Ob sie Erfolg hat, wird sich zeigen. Nur in einer Sache ist sich Spanke sicher: „In dieses Café gehe ich nie wieder.“ 


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