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Konzert-Skandal: Darf der Nazi-Kroate Marko Perkovic in Berlin spielen?

Sänger Marko Perkovic ist nicht nur in seiner kroatischen Heimat umstritten.

Sänger Marko Perkovic ist nicht nur in seiner kroatischen Heimat umstritten.

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Getty Images

Berlin -

Wen holt die Columbiahalle sich da ins Haus? Ende April will Sänger Marko Perkovic mit seiner Band „Thompson“ in Tempelhof auftreten. Der 47-Jährige ist europaweit so erfolgreich wie umstritten. Während Perkovics Welttournee kamen 13.000 Fans zum Frankfurter Konzert. Er gilt als einer der einflussreichsten kroatischen Stars. Was steckt hinter der Fassade des Rock-Sängers?

Seine Konzerte begann Marko Perkovic einst so: Er rief „Za dom!“ (Für die Heimat!), Tausende erwiderten den Gruß der kroatischen Faschisten aus dem Zweiten Weltkrieg mit „Spremni!“ (Bereit!). Viele hoben den rechten Arm. Angeblich interpretierte seine Band bei Auftritten das Lied des nationalistisch-terroristischen Geheimbundes „Ustascha“, in dem der Mord an Juden und Serben in Konzentrationslagern gefeiert wird.

In anderen Ländern, zum Beispiel den Niederlanden, erhielt er in der Vergangenheit ein Auftrittsverbot. In der Schweiz wurden Konzerte wegen „Gefährdung der öffentlichen Ordnung“ abgesagt, in Hamburg ebenso. Perkovic selbst bestreitet, „ein Nazi oder Faschist zu sein“, charakterisiert sich als Patrioten.

Nun will der umstrittene Sänger wieder in Berlin (schon 2006 und 2009 füllte er die Columbiahalle) auftreten. Der jetzige Veranstalter Jakov Kolak verteidigt seinen Star: „Marko singt nicht mehr über Krieg, das neue Album ist völlig harmlos. An seinen Texten ist nichts Rechtsradikales dran. Er wird ein tolles Familienkonzert geben.“