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In Krankenhäusern: Professor fordert Bannmeile für Raucher

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Passivrauchen tötet jährlich über 3.000 Deutsche. Es führt zu Fehlgeburten, stört die Wundheilung und schwächt das Immunsystem.

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dpa

Berlin -

Dem Professor stinkt es: Dr. Jalid Sehouli, Direktor der Charite-Gynäkologie im Virchow-Klinikum, will keine Rauchwolken mehr auf dem Gelände von Krankenhäusern. Er schlägt vor, probeweise eine Qualm-Bannmeile um das Gebäude des Mutter-Kind-Zentrums herum einzurichten, damit große und kleine Patienten nicht mehr unfreiwillig passiv rauchen müssen.  

Der Krebs-Spezialist erklärte bei einer Anhörung im Abgeordnetenhaus: „Es wurden Raucherpavillons eingerichtet, die vielleicht 70 Meter entfernt sind, aber kaum jemand nutzt sie.“ Stattdessen werde vor der Tür geraucht, obwohl es per Charité-Hausordnung auf dem Gelände verboten ist, und wenn man etwas sage, gebe es pampige oder aggressive Reaktionen.

Das Mitglied in einer Ärzte-Arbeitsgruppe Nichtraucherschutz wolle nicht so weit gehen wie in den USA, wo Krankenhäuser im Umkreis von hundert Metern das Rauchen verbieten und Wachleute Raucher rausschmeißen.

Es müssten Strukturen her, mit denen ein Rauchverbot auch auf dem Gelände eines Krankenhauses durchgesetzt werden kann – von der Polizei, dem Ordnungsamt oder Wachschützern. am besten mit Bußgeldern. Bislange bekomme er immer nur die Antwort des Wachschutzes, er habe kein Mandat, gegen Raucher am falschen Ort einzuschreiten. GL