E_Paper_BK
BERLINER KURIER - Berlins ehrliche Boulevardzeitung im Netz

Held von Marzahn: Bundeswehrsoldat rettet Frau vor Vergewaltiger

Dustin Werner 26 rettete eine Frau vor der Vergewaltigung und hielt den Täter fest.

Dustin Werner 26 rettete eine Frau vor der Vergewaltigung und hielt den Täter fest.

Foto:

Klaus Oberst

Berlin -

Hinter diesem verschmitzten Bubi-Lächeln steckt Kraft und Mut. Dustin Werner (26) ist ein Soldat mit Gardemaß und Kampferfahrungen in Afghanistan. Doch ein offizieller Held wurde der 1,90-Meter-Hüne in Marzahn – als er eine Frau vor einer Vergewaltigung rettete.

Im Durchschnitt kommt es in Berlin jährlich zu rund 600 Vergewaltigungen. Die Aufklärungsquote von 70 Prozent ist gut – könnte aber besser sein. „Die Polizei kann nicht alle Vergewaltigungen verhindern. Deshalb ist es wichtig, dass es Unterstützung aus der Bevölkerung gibt“, erklärt Jürgen Thiele (54), Leiter des Dezernats für Sexualdelikte. Bestes Beispiel ist die Zivilcourage vom Marzahner Helden Dustin Werner.

Der 26-jährige Stabsgefreite hatte im Januar 2014 gegen Mitternacht einen Kumpel in Marzahn nach Hause gefahren. „Als ich wieder losfahren wollte, sah ich, wie ein Mann eine Frau etwa 200 Meter weiter am Arm über die Straße zog“, so Werner. Der Soldat, der 2012 sechs Monate im afghanischen Krisengebiet in Kundus kämpfte, handelte sofort. „Ich bin langsam zu der Stelle gefahren und aus dem Auto gestiegen. Da sah ich schon, wie aus einem Gebüsch nackte Beine ragten.“ Im rauen Militärs-Ton schrie der Soldat den Vergewaltiger an, woraufhin der bereits entkleidete Mann von der Frau abließ. „Dann habe ich ihm klar zu verstehen gegeben, dass er keine Chance hat, wenn er versucht abzuhauen.“

Eingeschüchtert blieb der Täter beim Retter – gemeinsam warteten sie auf die Polizei. „Zur Vergewaltigung kam es dank des beherzten Eingreifens nicht“, sagte Kriminaldirektor Thiele. Der Vergewaltiger muss dafür für knapp zwei Jahre in den Knast. Dustin Werner wurde gestern im Dezernat für Sexualdelikte für seinen Mut mit einem Scheck und einer Urkunde ausgezeichnet. Der Stabsgefreite: „Für mich war das selbstverständlich. Ich hoffe, dass ich damit ein Vorbild für andere bin.“

Wenn der Bundeswehrsoldat eines Panzerbataillons 2018 seine Dienstzeit beendet hat, will er Polizist werden.