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Getränke Hoffmann: Heute trinkt Berlin auf Hubert

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Getränke Hoffmann begann als Lieferdienst für Getränke.

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Berlin -

Schulzes, Meyers und Lehmanns gibt es in dieser Stadt wie Sand am Meer. Doch wenn der Berliner so richtig Durst hat, fällt ihm nur ein Name ein – Hoffmann! Und jeder weiß sofort, wer damit gemeint ist. Wer Wasser, Säfte, Bier und Wein braucht, war garantiert schon bei „Getränke Hoffmann“. Der Name steht für die Erfolgsgeschichte eines Berliner Unternehmens, das heute seinen 50. Geburtstag feiert.

Gut, Getränkefachmärkte gibt es auch wie Sand am Meer. Doch die Idee, solche Ladenketten aufzubauen – sie wurde vor über fünf Jahrzehnten in Berlin geboren. Von einem Jungspund namens Hubert Hoffmann.

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„Getränke Hoffmann“ in Hohenschönhausen, in dem Wohnblock wohnte Stasi-Chef Erich Mielke. 

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imago/Rolf Zöllner

29 ist er, als er 1962 aus dem Ruhrgebiet in den Westteil der Stadt kommt. Schnell merkt der Jungunternehmer, dass das Schleppen der Bier- und Brauseflaschen aus dem Tante-Emma-Laden nach Hause eine schwere Angelegenheit ist. Also gründet Hoffmann in Wedding einen Getränke-Lieferservice.

Der boomt auch anfangs. Aber die Berliner wollen doch lieber in den Laden gehen, vor allem preiswert einkaufen. Das zeigten damals die ersten Supermärkte. Hoffmann’s Idee: So etwas mache ich auch – aber mit Läden nur für Getränke.
Damit schlägt am 4. März 1965 die Geburtsstunde für das Unternehmen „Getränke Hoffmann“, das auf der Gründerurkunde noch ganz unspektakulär „Hubert Hoffmann GmbH“ hieß.

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Firmengründer Hubert Hofmann.

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Im April 1965 ist es soweit. In der Neuköllner Hobrechtstraße macht der erste Laden auf. „H. Hoffmann Discount-Spezial“ steht über der Tür. Hoffmanns Idee geht auf. Der Laden wird ein Renner. Vier Jahre später hat er bereits 60 Filialen in Berlin!
Sein Geschäftskonzept ist denkbar einfach. Getränke-Shops mitten in den Kiezen, die für jedermann gut und schnell erreichbar sind. Auf großen Pomp wird verzichtet. Um den Preis niedrig zu halten, lässt Hofmann in Brauereien Bier-Eigenmarken herstellen. Die Etiketten entwirft er selber. Er führt sogar als Erster das Mehrwegsystem ein. Motto: Wer seine leeren Flaschen bei mir abgibt, kauft bei mir auch wieder volle.
In den 80er-Jahren heißen die Läden „Getränke Hoffmann“. Als 1989 die Mauer fällt, ist Hofmann auch im Ostteil und in Brandenburg. Das Unternehmen wächst und wächst. Heute hat der erste Getränkemarkt Deutschlands bundesweit 314 Filialen. 270 Handelsvertreter, 170 Mitarbeiter , 7000 Artikel (davon über 400 Biersorten) im Angebot: Die Firma macht jährlich 250 Millionen Euro Umsatz, sponsert Nachwuchssportler und Vereine, eröffnet mit „Mein Hoffi“ jetzt spezielle Getränkeshops mit Cafés.

Das Resultat seiner Idee: Hubert Hoffmann, der 2012 starb, hätte sicherlich heute mit Mitarbeitern und Berlinern stolz auf den 50. Geburtstag dieser Erfolgsgeschichte angestoßen.

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Die Lkw-Flotte des Berliner Getränkehändlers sorgt ständig für Nachschub für durstige Kunden.

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Einer der Läden in West-Berlin um 1980.

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Getränke Hoffmann begann als Lieferdienst für Getränke.

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