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Flugroutenstreik: So wird Schönefeld zum Flüster-Airport

Wildau -

Anstelle eines breiten Fluglärmteppichs nur zwei schmale „Läufer“: Im Streit um die Flugrouten am Schönefelder Flughafen stellte der Verein „GegenLärm“ Wildau ein Konzept vor, dass mehr als 80 000 Menschen von Lärm entlasten würde.

Kernpunkt ist ein neues Betriebsmodell für den BER- Flughafen (KURIER berichtete). Danach wird immer nur auf einer der beiden Pisten gestartet, auf der anderen gelandet. Bei Westwind erfolgen die Starts von der Südbahn, die Landungen auf der Nordbahn. Bei Ostwind wird auf der Nordbahn gestartet, auf der Südbahn gelandet. Berlin samt Müggelsee-Region, wäre weitgehend lärmfrei, im Westen zum Beispiel Teltow, Stahnsdorf, Großbeeren, Blankenfelde-Mahlow.

Im Osten würden Zeuthen, Schulzendorf, Wildau, Königs Wusterhausen Neu-Diepensee, Ragow und Waltersdorf verschont. Bekämen hier nach den von der Flugsicherung (DFS) favorisierten Routen bei Ostwind 98 400 Menschen Lärm ab, so wären es beim neuen Konzept nur noch 17 750.

Hier aber liegt der Haken: Die 17 750 Betroffenen (Gosen, Neu-Zittau, Teile von Bohnsdorf) bekäme durch die engen Flugkorridore deutlich mehr Krach ab, als es der DFS-Vorschlag vorsieht. Im Südwesten etwa wäre Jühnsdorf arg betroffen.

Vorbild für „GegenLärm“ ist Europas größter Airport London-Heathrow, „wo mit einem ähnlichen System 475 000 Flugbewegungen jährlich absolviert werden. Über 100 000 mehr, als für Schönefeld genehmigt sind“, sagte GegenLärm-Chef Kai Krüger.

Die Flughafengesellschaft aber lehnt die neue Idee als „nicht zielführend“ ab. Dagegen sind derzeit mindestens zehn Bürgermeister dafür. Das Konzept wird die Fluglärmkommission auf ihrer nächsten Sitzung am 14. November beschäftigen.

MKL
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