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Filmreif: Berliner Kiez goes Hollywood

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In dem neuen Buch von Nadin Wildt sind 48 Filme von 1920 bis jetzt aufgeführt. 

Berlin -

Berlin, wat biste filmreif: Ob Kinorenner wie „Die Blechtrommel“ oder „Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat“. Die Stadt ist der beliebteste Drehort Deutschlands und auch in Hollywood schwer angesagt.

Unter dem Motto „Klappe die erste und Action – Berliner Kiez goes Hollywood“ steht der Bezirk Mitte neben Charlottenburg und Friedrichshain besonders hoch in der Gunst von Filmemachern. Streifen wie „Emil und die Detektive“, „Cabaret“, „Christiane F.“, „AEon Flux“, „Effi Briest“ oder „Lola rennt“ spielen in diesen Bezirken. Auch die drahtige Agentin Carrie Anne Mathison (alias Claire Danes) kämpfte und schoss sich in der US-Serie „Homeland“ 2015 durch Mitte.

Insgesamt 4700 Drehtage im gesamten Stadtgebiet genehmigte die Verkehrslenkung Berlin im vergangenen Jahr – Rekord, vermeldete jetzt das Medienboard Berlin-Brandenburg. Rund 25,6 Millionen Euro flossen in die Filmförderung und in Kinohits wie „Bridge of Spies“ von Steven Spielberg, der für sechs Oscars nominiert ist.

„Schon vor 120 Jahren war Berlin der Kino-Drehort überhaupt. Damals entstanden die ersten Filmaufnahmen in der Schönhauser Allee“, sagt Nadin Wildt (34), die jetzt das Buch „Filmlandschaft Berlin – Großstadtfilme und ihre Drehorte“ geschrieben und herausgegeben hat (Berlin Story Verlag, 19,95 Euro). 48 Filme hat die Autorin unter die Lupe genommen und den jeweiligen Kiezen zugeordnet, darunter auch viele DDR-DEFA-Filme wie den ersten DDR-Schwulenfilm „Coming Out“, der 1989 in Pankow entstand. Für das Buch stöberte sie ein Jahr lang in Archiven und schaute sich diverse Filme an. Gemeinsam mit der Fotografin Franziska Donath wurden auch sämtliche Drehorte abgeklappert. Nadin zum KURIER: „Für das Buch habe ich die für mich spannendsten Filme ausgewählt.

Besonders DEFA-Filme wie ,Das Kaninchen bin ich’ oder ,Solo Sunny’ haben mich fasziniert, weil man da noch das ursprüngliche Ost-Berlin sieht. Der Konrad-Wolf-Film mit Renate Krößner als Solo Sunny wurde 1980 gedreht. Damals wurden gerade die Plattenbauten in Marzahn hochgezogen. Deutlich wird auch, wie verfallen es rund um die Kopenhagener Straße war, wo Solo Sunny lebte. Enorm, wie sich Berlin in den Jahren entwickelt hat.“

Eines steht für Nadin schon jetzt fest: Sie ist bei der 66. Berlinale vom 11. bis 21. Februar dabei. „Ab Montag kann man online für die ersten Filme Karten kaufen. Mindestens sechs Filme werde ich mir in den elf Tagen reinziehen“, sagt die Autorin und Layouterin.