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Berliner-Kurier.de | Der vierte Fahrrad-Tote in Berlin 2015: „Mein Junge ließ sein Leben auf diesem Asphalt“
20. May 2015
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Der vierte Fahrrad-Tote in Berlin 2015: „Mein Junge ließ sein Leben auf diesem Asphalt“

21 Jahre danach, am Dienstagabend, hat das Geschäft seinen „Papa“ verloren. Vorm Schaufenster stehen Blumen und Kerzen. Nachbarn reiben sich die tiefroten Augen. Keiner schämt sich seiner Tränen. Eine aber kann nicht weinen. Zu tief sitzt der Schmerz. „Mein Herz ist gebrochen. Als Mutter das Kind zu verlieren...“ Dann bricht Pauline Solomons Stimme.

Davids Mutter kam vor zwei Tagen nach Berlin, jetzt stützt sie sich am Arm des KURIER-Reporters. Stille. Schlucken. In ihrer ehemaligen Heimat, der großen Liebe ihres Sohnes, musste sie die schwerste Entscheidung ihres Lebens treffen – die lebenserhaltenden Maschinen ihres Sohnes, des fröhlichen Mannes mit den schwarzen Locken, abschalten. Stunden später erliegt David seinen schweren Verletzungen.

Es war am 9. Mai, als David die Hardenbergstraße entlang radelte. Um 2.15 Uhr überquert er die Joachimsthaler Straße – mit verhängnisvollen Folgen. Ein Taxifahrer übersieht David, der 68-Jährige rammt den Buchhändler vom Rad. Mit lebensgefährlichen Verletzungen kommt Solomon ins Benjamin-Franklin-Krankenhaus.

Er ist einer von vielen – immer wieder werden Radfahrer in tragische Unfälle verwickelt. Am Mittochabend fuhren 1400 Radler beim „Ride of Silence“ schweigend durch Berlin, um an die Opfer zu erinnern – ein Erfolg. Initiator Heinrich Strößenreuther zum KURIER: „Viele kamen in weißer Kleidung. Wir stoppten an drei Stellen, an denen Radfahrer starben, legten Gedenkminuten ein.“

Um Davids Leben kämpften die Ärzte im Krankenhaus elf Tage. Erfolglos. Sie bitten seine Verwandten, Abschied zu nehmen. Pauline Solomon: „Ich weiß noch nicht, ob ich je wieder lächeln kann. Wir nehmen seine Asche mit in die USA. David kommt nach Hause.“

21 Jahre danach, am Dienstagabend, hat das Geschäft seinen „Papa“ verloren. Vorm Schaufenster stehen Blumen und Kerzen. Nachbarn reiben sich die tiefroten Augen. Keiner schämt sich seiner Tränen. Eine aber kann nicht weinen. Zu tief sitzt der Schmerz. „Mein Herz ist gebrochen. Als Mutter das Kind zu verlieren...“ Dann bricht Pauline Solomons Stimme.

Davids Mutter kam vor zwei Tagen nach Berlin, jetzt stützt sie sich am Arm des KURIER-Reporters. Stille. Schlucken. In ihrer ehemaligen Heimat, der großen Liebe ihres Sohnes, musste sie die schwerste Entscheidung ihres Lebens treffen – die lebenserhaltenden Maschinen ihres Sohnes, des fröhlichen Mannes mit den schwarzen Locken, abschalten. Stunden später erliegt David seinen schweren Verletzungen.

Es war am 9. Mai, als David die Hardenbergstraße entlang radelte. Um 2.15 Uhr überquert er die Joachimsthaler Straße – mit verhängnisvollen Folgen. Ein Taxifahrer übersieht David, der 68-Jährige rammt den Buchhändler vom Rad. Mit lebensgefährlichen Verletzungen kommt Solomon ins Benjamin-Franklin-Krankenhaus.

Er ist einer von vielen – immer wieder werden Radfahrer in tragische Unfälle verwickelt. Am Mittochabend fuhren 1400 Radler beim „Ride of Silence“ schweigend durch Berlin, um an die Opfer zu erinnern – ein Erfolg. Initiator Heinrich Strößenreuther zum KURIER: „Viele kamen in weißer Kleidung. Wir stoppten an drei Stellen, an denen Radfahrer starben, legten Gedenkminuten ein.“

Um Davids Leben kämpften die Ärzte im Krankenhaus elf Tage. Erfolglos. Sie bitten seine Verwandten, Abschied zu nehmen. Pauline Solomon: „Ich weiß noch nicht, ob ich je wieder lächeln kann. Wir nehmen seine Asche mit in die USA. David kommt nach Hause.“

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