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Darf der das?: Die zehn größten Irrtümer übers Radfahren

Berlin -

Eine typische Szene: Ein Radfahrer fährt trotz Radweg auf der Straße, biegt ohne Handzeichen ab und hat zu allem Überfluss noch Kopfhörer im Ohr. Darf der das? Der KURIER nennt die zehn größten Irrtümer übers Radfahren:

Radfahrer müssen einen Helm tragen.

Müssen sie nicht. Zu Recht. Die Gefahren liegen anderswo: Deutschlandweit sterben Autofahrer am häufigsten an Kopfverletzungen. Und in Berlin sind Fußgänger die am meisten gefährdete Gruppe.

Radfahrer müssen möglichst nah am Straßenrand fahren.

Falsch. Da viele Autofahrer ihre Türen öffnen, ohne auf den Verkehr zu achten, wird Radfahrern empfohlen, mindestens einen Meter Abstand zu parkenden Pkw zu halten. Auch wenn keine Autos am Rande parken, sollte mindestens ein halber Meter zwischen Rad und Bordsteinkante liegen: Sonst ist die Gefahr, abgedrängt zu werden, zu groß!

Radfahrer müssen den Radweg benutzen.

Nein. Nur Radwege, an denen ein blaues, rundes Schild mit weißem Rad drauf steht, sind benutzungspflichtig. Auf allen anderen Strecken können Radfahrer selbst entscheiden, wo sie fahren möchten. Als sicherer gilt die Straße, weil Kfz-Lenker Radfahrer dort leichter wahrnehmen – und ihnen beim Abbiegen seltener die Vorfahrt nehmen.

Kopfhörer sind auf dem Rad verboten.

Irrtum. Musikhören ist erlaubt. Nur darf sie nicht zu laut sein – das Verkehrsgeschehen muss noch wahrgenommen werden können. Gleiches gilt übrigens auch für Autofahrer!

Auf dem Rad darf kein Hund mitgenommen werden.

Doch. Ein Hund darf mitgeführt werden, solange der Halter die Leine in der Hand hält – und sie nicht am Lenker festbindet. Im Gesetz ist übrigens ausdrücklich von Hunden die Rede: Pferde oder Meerschweinchen müssen zu Hause bleiben!

Radfahrer bauen viele Unfälle.

Falsch. Die Mehrheit der Unfälle mit Fahrradbeteiligung wird von Autofahrern verursacht. Am gefährlichsten sind Kfz-Lenker, die beim Abbiegen die Vorfahrt von Radfahrern missachten. Insgesamt ist Radfahren sicher: In Berlin gab es 2013 mehr als 130000 Verkehrsunfälle – aber nur an gut 7000 waren Radfahrer beteiligt.

Radfahrer dürfen nicht nebeneinander fahren.

Doch. Solange sie den übrigen Verkehr nicht behindern, ist das erlaubt. In Gruppen und Fahrradstraßen dürfen sie sogar generell nebeneinanderfahren. Gruppen mit mindestens 16 Radfahrern ist zudem das geschlossene Überqueren von Ampeln erlaubt: Fährt der erste bei Grün, dürfen die anderen hinterher, auch wenn inzwischen Rot leuchtet.

Radfahrer müssen sich hinten anstellen.

Nein. An roten Ampeln dürfen Radfahrer vorsichtig rechts an den wartenden Autos vorbeifahren. Sich vorne aufzustellen, ist auch sicherer, da sie dort leichter wahrgenommen werden.

Beim Abbiegen muss die ganze Zeit der Arm raus.

Zum Glück nicht! Radfahrer müssen den Richtungswechsel nur einmal anzeigen, und können dann der Spur mit beiden Händen am Lenker folgen.

Betrunken Radfahren ist in Ordnung.

Jein. Die Promillegrenze für Radfahrer liegt bei 1,6. Dann darf die Polizei den „Idiotentest“ (die medizinische psychologische Untersuchung – MPU) anordnen. Wenn ein Radfahrer den Test verweigert oder durchfällt, verliert er dadurch seinen Führerschein.