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Bußgeldverfahren: Amt will Knöllchen-Irrsinn aufklären

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 Peter Knaak und seine 69 Knöllchen – darüber berichtete der KURIER.

Foto:

Uhlemann

Friedrichshain -

Amtswillkür oder Dummheit? Nun ermittelt das Ordnungsamt, warum ein Berliner seit neun Jahren 69 Knöllchen kassierte – trotz gültiger Parkvignette (KURIER berichtete).

Passiert ist das Peter Knaak (58), der im Samariterviertel (Parkzone 30) wohnt. „Seit 2007 bekomme ich ständig Knöllchen. Dabei klebt meine Anwohner-Parkvignette stets sichtbar im Auto“, klagt er. „Obwohl die Bußgeldverfahren stets eingestellt wurden, ging der Irrsinn weiter.“

Nach dem KURIER-Bericht hat nun Ordnungsamtsleiter Joachim Wenz den Fall zur Chefsache erklärt. Ihm unterstehen 45 Mitarbeiter. „Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass jemand grundlos 69 Knöllchen von uns bekommt“, sagte Wenz. Sicher gab es schon Einzelfälle, gibt er zu. „Einen oder zwei in meiner Amtszeit, wo es Knöllchen gab, weil die Vignette nicht gut sichtbar war“, sagt Wenz.

Der Ordnungsamtsleiter ließ sich einige Aktenzeichen im Fall Knaak kommen. „Die Klärung des Problems wird etwas dauern, weil wir dazu die Bußgeldstelle anhören müssen“, sagt Wenz. Er will in „allen Richtungen ermitteln“. Auch, ob Knaaks Vignette „echt ist“.

Ärgerlich ist dabei: Die 69 Knöllchen verursachten dem Steuerzahler Kosten von 728,64 Euro. Der Verwaltungsaufwand pro Strafzettel beträgt 10,56 Euro (6,07 Euro Bußgeldstelle, 4,49 Euro Bezirk). „Darin sind die Kosten für das außergerichtliche Einstellen des Verfahrens mit drin“, so ein Sprecher der Finanzverwaltung.



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