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Berliner-Kurier.de | Bei der Feuerwehr brennt’s: ... aber sie muss Haushalts-Brände löschen
29. February 2016
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Bei der Feuerwehr brennt’s: ... aber sie muss Haushalts-Brände löschen

.Feuerwehrleute löschen einen heftigen Brand. 2015 hatten die Retter über 333 000 Einsätze.

.Feuerwehrleute löschen einen heftigen Brand. 2015 hatten die Retter über 333 000 Einsätze.

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Volkmar Otto

Berlin -

Feuerwehrleute, die Helden unserer Stadt. Behandelt aber werden sie stiefmütterlich, laut Kritikern sogar auf „Verschleiß“ gefahren. Dabei wären eigentlich genug finanzielle Mittel da. Die Feuerwehr erwirtschaftete 2015 immerhin 5,79 Millionen Euro. Doch von dem Geld sehen die Retter nichts.

Die Mängelliste ist lang. Der Fuhrpark ist überaltert, Wachen marode, die Zahl der Überstunden explodiert, Notfall-Zeiten können nicht eingehalten werden.

Noch funktioniert das Rettungsnetz, weil die Retter am Leistungsmaximum arbeiten. Aber: Es dauert eben auch mal länger. Bei Notfällen wie schweren Unfällen, Bränden oder Herzinfarkten kommt es jedoch auf jede Sekunde an. Mit mehr Personal, besserer Ausstattung könnte es schneller gehen. Das aber kostet.

Und Geld wäre da. Denn die Feuerwehr wird für nahezu jeden der jährlich mehr als 330 000 Einsätze bezahlt. So kamen 2015 Einnahmen von 100 248 911,35 Euro zusammen. Das ergab eine Anfrage des Abgeordneten Benedikt Lux (Grüne), die dem KURIER vorliegt.

Eine stolze Summe. Kalkuliert hatte das Land Berlin in seinem Haushalt nur mit Einnahmen von 90 Millionen Euro. Rechnet man die Ausgaben der Feuerwehr, u.a. für neue Schutzkleidung (550 000 Euro), Instandhaltung und Betankung der Fahrzeuge (1,3 Millionen Euro), Kostenerstattungen für die Freiwilligen (528 000 Euro) oder die Beschaffung von medizinischem Material (350 000 Euro) hinaus, bleibt ein dickes Plus von 5,79 Millionen Euro. Das große Problem: Das Geld darf die Feuerwehr nicht behalten, sondern es fließt in den Haushalt des Landes zurück.

In den letzten fünf Jahren sollen so mehr als 34 Millionen Euro „versickert“ sein.

Benedikt Lux ist entsetzt: „Es kann nicht sein, dass die Feuerwehr den Berliner Haushalt sanieren muss, obwohl sie selbst sanierungsbedürftig ist.“

Laut seiner Schätzung müssten pro Jahr mindestens 17 Millionen Euro investiert werden, um die Feuerwehr am Laufen zu halten. Mit diesem Geld könnten 294 neue Stellen, sieben neue Wachen und 25 Rettungswagen angeschafft werden.


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