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Anwohner gegen Flüchtlingsheim: Bäume stoppen Senatsplan

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Anwohner beanstanden die geplante Zerstörung des Biotops.

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Bernd Friedel

Biesdorf -

Wochenlang gab es hitzige Debatten um die neuen Standorte für Flüchtlingsheime. Jetzt steht die Senatsliste. Darauf: Eine Brache am Buckower Ring, die in den letzten zehn Jahren ein Biotop mit großen Bäumen geworden ist. Für eine Bebauung müssen diese gefällt werden. Nur: Es gibt keine Genehmigung.

Am vergangenen Freitag rückte die Köpenicker Fällfirma das erste Mal im Buckower Ring 54 an. Hier soll einer der acht Modularbauten in Marzahn-Hellersdorf entstehen. Wann, ist unklar.

Aufgebrachte Anwohner wunderten sich über die Männer mit den Kettensägen, fragten nach der Genehmigung. Ab dem 1. März dürfen Bäume ohne behördliche Genehmigung nicht gefällt werden. Ein Bürger-Anruf beim zuständigen Naturschutzamt des Bezirks ergab: Es gibt keine.

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Der Anwohner Peter Gaudig ist empört über die Baupläne. 

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Bernd Friedel

Am Montag tauchte die Firma wieder auf, schredderte Altholz auf dem Grundstück. Wieder Aufregung in der Nachbarschaft. Laut Stadtrat Christian Gräff (CDU) hat sich die zuständige Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zwar nach eventuell auf dem Grundstück lebenden geschützten Tierarten und Fällgenehmigungen telefonisch erkundigt, ein Antrag läge aber nicht vor.

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Auch Anwohner Werner Pidde ist empört über die Baupläne. 

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Bernd Friedel

„Nach dem Abriss einer Kita 2006 ist hier auf gut 6.000 Quadratmeter ein Biotop entstanden“, ärgert sich Peter Gaudig (69). Er wohnt seit 1984 im Buckower Ring. „Dieses soll nun zerstört werden, um 500 Menschen auf einem Mini-Gelände zusammenzupferchen. Zwischen Seniorenheim und Kita.“

Einige Anwohner fürchten menschenunwürdige Zustände für die Flüchtlinge. Andere das Verkehrschaos in der engen Straße. Wieder andere den Wertverlust ihrer Eigentumswohnungen und die verloren gehende Sicht ins Wuhletal.

Ihre Vorschläge: In der Nähe gibt es neben einem leerstehenden Zehngeschosser zwei große ungenutzte Parkplätze, die man statt des kleinen Biotops für den Modularbau nutzen könnte.

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Anwohner brachten Schlösser an, um die eingezäunte Brache symbolisch zu „schützen“. Hier sollen alle Bäume gefällt werden.

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Bernd Friedel

An anderer Stelle im Bezirk ratterten die Kettensägen schon, es wurden Bäume, mit Genehmigung, gefällt: Auf den Marzahner Grundstücken Märkische Allee/Martha-Arendsee-Straße und in der Wittenberger Straße. 



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