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Solar-Module verschwinden spurlos Soko „Sonne“ jagt die Solar-Ganoven

Arbeiter setzen im Solarpark Dallgow-Döberitz ein Modul ein. Geklaut wird nachts, wenn kein Strom von den Anlagen produziert werden kann.

Arbeiter setzen im Solarpark Dallgow-Döberitz ein Modul ein. Geklaut wird nachts, wenn kein Strom von den Anlagen produziert werden kann.

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dpa Lizenz

Potsdam -

Die Dunkelmänner kommen nachts und rauben uns das Licht! In Brandenburg werden immer häufiger Solarmodule geklaut. Diebe greifen so häufig zu, dass sie jetzt von einer Sonderkommission gejagt werden.

Soko „Sonne“ heißt die Ermittlergruppe und die zehn Polizisten um Dezernatsleiter Detlev Schaulandt stehen ziemlich unter Strom. Hundert neue Fälle gab es 2012 bis Ende August. 2011 waren es insgesamt nur 71. Dieses Jahr dürfte der Schaden bei drei Millionen Euro liegen. Davon betroffen sind meist große Solarparks.

Wie der in Dallgow-Döberitz (Havelland). Im Sommer hatten die Täter dort innerhalb weniger Minuten 90 Module abgebaut. Als der durch einen stillen Alarm informierte Sicherheitsdienst eintraf, waren sie mit der Beute bereits über alle Berge.

Auffällig ist, dass immer etwa um die 100 Module gestohlen werden. Die wiegen 20 Kilo pro Stück. Polizeisprecher Mario Heinemann: „Mehr passen in herkömmliche Transporter nicht rein.“ Problem für die Soko: Die meisten Solarparks liegen außerhalb von Ortschaften, nahe der Schnellstraßen und Autobahnen. Ideale Bedingungen für Gangster, deren Hintermänner offenbar in Osteuropa sitzen.

Polnische Beamte stoppten im August in der Nähe einen verdächtigten Peugeot Boxer, entdeckten darin dutzende Module. Die Spur führte über ihre Identifikationsnummern nach Vehlefanz (Oberhavel), wo wenige Tage zuvor 132 Module im Wert von 27.000 Euro abmontiert wurden. SCHA