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Opposition nicht zufrieden: Platzeck: So windet er sich aus der RBB-Affäre

Nett, so das Image von Landesvater Matthias Platzeck. Doch er kann auch patzig sein.

Nett, so das Image von Landesvater Matthias Platzeck. Doch er kann auch patzig sein.

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dpa

Potsdam -

Brandenburgs Landeschef blafft vor laufender Kamera einen RBB-Reporter an. Sein Sprecher beschwert sich beim Sender, der kuscht und schneidet die „unschöne“ Szene heraus. Diese Zensur war am Mittwoch Thema im Hauptausschuss des Landtages.

Platzeck kam nicht, ließ seinen Staatskanzleichef Albrecht Gerber Stellung nehmen. Der umstrittene Anruf von Regierungssprecher Thomas Braune beim RBB habe nicht der Einflussnahme gedient, beteuerte Gerber. Es sei nur „eine Beschwerde“ gewesen. Braune habe auch nicht auf Anweisung gehandelt, als er sich beim RBB-Chefredakteur Christoph Singelnstein meldete und die Arbeitsweise des Reporters kritisierte.

Die Opposition im Landtag gab sich mit der Erklärung zu dem Vorfall nicht zufrieden und lässt sich nicht damit abspeisen, dass der Beitrag in seiner ursprünglichen Fassung in der Mediathek verfügbar blieb.

Auch der Redakteursausschuss beim RBB ist sauer auf seinen Chefredakteur. Der hatte den Umschnitt damit gerechtfertigt, dass Platzeck sich während des Interviews in einer „Überfall-Situation“ befunden habe. Auf eine Frage zum BER-Flughafen hatte Platzeck einen RBB-Reporter unwirsch angeblafft. Sinngemäß: Es reicht!

Im Mai 2012 wurde der Beitrag ausgestrahlt, dann kam Braunes Anruf. Und Schnitt – in der späteren Berichterstattung fehlt Platzecks patzige Reaktion.