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Bilder der Schande: Hier rastet ein brauner Mob aus

Sachsendorf -

Es sollte ein friedliches Willkommensfest für die Flüchtlinge in Sachsendorf werden. Doch dann formierten sich in dem brandenburgischen Örtchen plötzlich 400 grölende Bürger, die Hass spuckend und Bier spritzend Angst und Schrecken verbreiteten. Was viele nicht wussten: Sie waren einem Facebook-Aufruf der NPD gefolgt. Die Folge: Immer mehr spontane Hass-Demos.

Die neue Taktik der NPD ist eindeutig: Statt Demonstrationen wie früher anzumelden, sollen jetzt spontane Hass-Demos für Unruhen sorgen. Im beschaulichen Sachsendorf hat dies am vergangenen Freitagabend bereits gut geklappt. Dabei nutzen NPD-Mitglieder die Angst und Perspektivlosigkeit der Wendeverlierer und Langzeitarbeitslosen aus, um sie ganz gezielt für ihre Zwecke zu instrumentalisieren.

Ein kleiner Beitrag auf Facebook sorgte in Sachsendorf für den großen braunen Spuk! Auf dem Parkplatz eines Supermarktes in der Lipezker Straße sammeln sich eine halbe Stunde nach Beginn des Willkommensfestes rund 400 Menschen, darunter stadtbekannte Neonazis, Betrunkene, Frauen und sogar Kinder. Gemeinsam zogen sie zur Flüchtlingsunterkunft. Mehrere Versuche der Polizei, die Menge zu stoppen, scheiterten. „Wir sind das Volk“ und „Weg mit den Asylanten“, schreien die Demonstranten, bespucken die Polizisten und überschütten sie mit Bier. 20 Minuten dauert der Spuk. Dann schrien die Rädelsführer: „Wir kommen wieder“.

Die Polizei ermittelt jetzt gegen einen 23-jährigen Cottbusser, der als NPD-Mitglied die unangemeldete Hass-Demo ins Leben rief – offenbar auf Geheiß der Partei. Der polizeibekannte Mann könnte der erste Hetzer sein, der in Brandenburg dafür zur Verantwortung gezogen wird. „Die Einsatzkosten wird die Polizei ihm in Rechnung stellen“, sagt eine Polizeisprecherin gestern.

Illegale Spontanaufmärsche zu provozieren, satt legale Demonstrationen anzumelden, ist eine systematische NPD-Taktik, die ähnlich wie in Sachsen bald auch in Brandenburg immer mehr Hass säen soll.