Archiv

Wie Sie sie richtig deuten und selber erfolgreich aussenden: Liebes-Signale


"Beim Sommerfest schoben wir uns im Gedränge dicht aneinander vorbei. Ein Blick, aus neugierigen Augen ein bisschen länger als normal. Ein Lächeln. Er gefiel mir, ja. Aber wollte ich etwas von ihm? Oder er von mir? Nein, ich will nichts. Oder doch? Okay, vielleicht doch..." Ein Flirt, ein ungezwungenes Spiel mit der gegenseitigen Anziehungskraft, lässt unsere Antennen für die geheimen Liebes-Botschaften des Körpers vibrieren. "Flirten ist ein Spiel mit körpersprachlichen Signalen. Wer diese Sprache versteht und einzusetzen weiß, kann dem anderen auf einfache Art und Weise zeigen, dass er ihn oder sie attraktiv findet", verspricht Psychologin Monika Matschnig, Expertin für Körpersprache. Hier erklärt sie, wie Sie erfolg-reich flirten, damit Sie beim Tanz der beiläufigen Gesten und tiefen Blicke auf dem Parkett der Liebe eine gute Figur machen. ----- Lange bevor es zum Kontakt zwischen zwei Menschen kommt, haben wir uns ein erstes Bild voneinander gemacht. Begegnen wir Fremden, scannen wir in Sekundenbruchteilen Alter, Figur, Gesicht, Kleidung und ziehen daraus Schlüsse: Sympathisch? Gesund? Aufgeschlossen? Potenzieller Paarungspartner? Erst wenn er oder sie den Basis-Check überstanden hat, und wir Gefallen finden, versuchen wir, die Aufmerksamkeit des anderen zu wecken. In den meisten Fällen beginnt so ein Flirt mit einem Blick. Im Fahrstuhl, auf dem Wochenmarkt, in der Bar - normalerweise blicken wir Fremden nur kurz in die Augen. Wer jedoch mehrmals schaut oder einen längeren Augenaufschlag wagt, signalisiert: "Ich interessiere mich für dich." Männer stehen bei dieser Übung übrigens oft ein wenig auf dem Schlauch. Im Durchschnitt müssen sie den neugierigen Blicken einer Frau drei Mal begegnen, bevor sich die weibliche Flirt-Absicht in ihr Bewusstsein durchgearbeitet hat. Ein Lächeln spricht da eine deutlichere Sprache. Neben dem Blickkontakt ist es das A und O eines erfolgreichen Flirts. "Frauen lachen Männer an, die sie attraktiv finden. Und Männer finden Frauen attraktiv, die sie anlachen." In ihrem Buch "Körpersprache der Liebe" erklärt Monika Matschnig das simple Prinzip. Frauen, die besonders anziehend wirken, senden darüber hinaus eine Menge weiterer Flirtsignale aus: lange Blicke, ein zur Seite geneigter Kopf, der die erotische Halsseite präsentiert, gerötete Wangen, übereinander geschlagene Beine, die in die Richtung des Mannes weisen. Alles Zeichen, die sagen sollen: "Ich finde dich interessant." "Weil ein Mann gerne als Sieger vom Platz geht, sammelt er möglichst viele dieser Signale, bis er ganz sicher ist, dass er keine Abfuhr kassieren wird", so Monika Matschnig. Frauen, die in der Stunde 35 Flirtsignale aussenden, sich mit dem Oberkörper dem Flirtobjekt zuwenden, mit ihren Haaren spielen oder die Bewegungen ihres Gegenübers unauffällig spiegeln, werden häufiger angesprochen. Mit ihrer Körpersprache signalisieren sie Bereitschaft zum zwanglosen Geplänkel. "Den ganzen Abend über hatten wir uns immer wieder Blicke zugeworfen. Jetzt stand er in der Schlange am Bierwagen hinter mir. Ein Prickeln in meinem Rücken. Ich drehte mich um, ließ meinen Blick scheinbar suchend umher schweifen, bis sich unsere Augen wieder trafen..." Um die Angst vieler vor dem Ansprechen zu überwinden, rät Monika Matschnig zur Drei-Sekunden-Regel. "Innerhalb der ersten drei Sekunden, nachdem Sie eine interessante Person wahrgenommen haben, sollten Sie sie ansprechen." Dazu genügt ein "Hallo", ein Kommentar zur jeweiligen Situation oder ein Kompliment. Außer platten Sprüchen ist alles erlaubt. Besonders gut ins Gespräch kommt man mit der Strategie des aktiven Desinteresses. Dabei scheint der Gesprächspartner bei einer unverfänglichen Frage nach dem Weg zunächst immun gegenüber ihren sexuellen Reizen. So gewinnt er genug Zeit, um herauszufinden, ob sie ihn ebenfalls sympathisch findet. Wenn nicht, können beide rechtzeitig den Rückzug antreten. Entwickelt sich ein Gespräch, stehen die Chancen gut. Wenn es dann am Ende um die Telefonnummer des Flirts geht, seien Sie nicht zögerlich. Monika Matschnig: "Eine zu unsichere Frage à la ,Könntest du mir vielleicht mal deine Telefonnummer geben?' provoziert in den meisten Fällen ein klares Nein." Besser: eine direkte Aufforderung: "Bitte gib mir deine Nummer!" Wenn Sie die Bitte mit Ihrer Körpersprache - ausgestreckte Hand, angehobene Augenbraue, Lächeln - unterstützen, wirken Sie authentisch. "Erst Picknick, dann Freiluftkino, schon Stunden vor unserem ersten Date war ich nervös. Was sollte ich anziehen, worüber mit ihm reden? Würde der Funke heute noch einmal überspringen..." Beim ersten Date versuchen beide, sich von ihrer besten Seite zu zeigen. Während Frauen mit ihrer verspielten und kindlichen Seite punkten, wollen Männer selbstbewusst und stark wirken. Wirft er ihr mit leicht geneigtem Kopf einen Seitenblick zu, hebt er die Augenbrauen, lächelt dabei? Fährt er sich mit hoch erhobenem Arm durch die Haare? Dann genießt er die Situation, will ihr imponieren. Spielt sie mit sinnlichen Gegenständen, streichelt ihr Weinglas oder berührt ihn im Gespräch wie unabsichtlich am Unterarm, dann läuft es gut. "Achten Sie beim Date auf die Pupillen Ihres Gegenübers", rät Monika Matschnig. Die innere Erregung hat Einfluss auf ihre Größe. Bei Interesse können sie bis zu vier Mal weiter werden als normal. Wenn Sie ihr Date sympathisch finden, schauen Sie ihn oder sie häufig an. Bei einem Experiment wurden zwei Flirtpartner vor der ersten Verabredung auf eine angebliche Augenverletzung des anderen hingewiesen. Nach dem Tipp "Wenn du ganz genau hinsiehst, kannst du es erkennen" schauten sie sich lange und tief in die Augen. Nach dem Date berichteten die Turteltauben von einer viel stärkeren Anziehung zum Flirtpartner als die Kontrollgruppe. Ihr Treffen empfanden sie besonders intensiv und romantisch. ------------------------------ Zwischenzeile: ZAGHAFT FRAGEN PROVOZIERT MEIST EIN KLARES "NEIN!" Zwischenzeile: DIE GRÖßE DER PUPILLEN VERRÄT INNERE ERREGUNG Zwischenzeile: INNERHALB DER ERSTEN DREI SEKUNDEN ANSPRECHEN! Streicht sich eine Frau im Gespräch mit einem Mann über Hals, Gesicht oder Oberschenkel signalisieren diese autoerotische Gesten ihr Interesse. Neigt sie ihm den Oberkörper mit herausgestreckter Brust zu und spielt mit ihren Haaren, findet sie ihn anziehend. Wirkt sie lebendig, unterstreicht sie mit zahlreichen Gesten, was sie sagt, lächelt sie beim Sprechen, so bedeutet das Engagement. Die Unterhaltung macht ihr Spaß. Wenn sie eine starke, lebendige Mimik einsetzt und beim Zuhören lacht, hat sie "angebissen". Hebt eine Frau während des Gesprächs ihre Arme und zeigt dabei ihre Achseln, so sendet sie ein eindeutig erotisches Signal. Auch wenn sie spielerisch ihre Lippen spitzt und kurz die Augenbrauen anhebt, gibt sie ihm eindeutig zu verstehen, dass er willkommen ist. Sein geneigter Kopf zeigt ihr seine Flirtbereitschaft und ist Signal dafür, dass er ihr Vertrauen will. Schaut ein Mann eine Frau von schräg unten mit einem Hundeblick an, so signalisiert er "Ich bin zärtlich und fürsorglich." Wendet er ihr dezent seinen Oberkörper zu und stützt dabei einen Arm auf seinem Oberschenkel ab, heißt das "Ich finde dich äußerst anziehend." Er sucht eindeutig ihre Nähe, findet sie sympathisch. Legt er eine Hand flach auf den Tisch, so ist dies ein Kontaktangebot. So nähert er sich spielerisch und beiläufig ihrem Territorium an. Lässt sie es zu, ohne zurückzuweichen, signalisiert sie ihm, dass er gut ankommt. Die Diplom-Psychologin Monika Matschnig schrieb außer "Körpersprache der Liebe - Geheime Signale erkennen und gezielt aussenden" auch "Körpersprache - verräterische Gesten und wirkungsvolle Signale" und "Mehr Mut zum Ich - Sei du selbst und lebe glücklicher" (Gräfe und Unzer; 19,99 Euro).

comments powered by Disqus
Aktuelle Videos
Geißlers Nachschlag: Der Ex-CDU-Generalsekretär im politischen Un-Ruhestand schreibt jeden Montag im KURIER
Sonderbeilagen & Prospekte
Sprengstoff: Journalist und Politik-Berater Michael H. Spreng schreibt im KURIER!
Blaulichtkurier
Top Stories
Neueste Bildergalerien
Berliner KURIER